Marktführer Europapark investiert 40 Millionen Euro in neues Hotel
Freizeitparks trotzen Hitze und Wirtschaftsflaute

Trotz 30 Grad im Schatten: Die großen deutschen Freizeitparks sind zufrieden mit dem Geschäft. „Es läuft weitaus besser als im vergangenen Jahr, weil wir gutes Wetter haben“, sagt ein Sprecher des Hansa-Parks in Sierksdorf an der Ostsee. „Die Hitze macht nichts aus.“ Auch von der Wirtschaftsflaute würden sich die Besucher nicht abhalten lassen. „ Urlaub im eigenen Land ist in, das spüren wir“, sagt der Sprecher.

jojo MÜNCHEN. Optimismus auch beim deutschen Marktführer, dem Europa-Park im badischen Rust: „Wir sind zuversichtlich, dass wir das hohe Niveau vom vergangenen Jahr halten können. Vielleicht wird’s sogar noch ein bisschen besser,“ sagt eine Sprecherin. 2003 verkaufte das Familienunternehmen etwa 3,5 Millionen Eintrittskarten – ein Rekordergebnis.

Von Tourismuskrise will Europa-Park nichts wissen. Das Unternehmen baut gerade für 40 Mill. Euro ein neues Hotel. Damit steigt die Zahl der Betten des Parks im kommenden Jahr von derzeit rund 2 000 auf 3 500. „Momentan haben wir fast 100 Prozent Auslastung“, sagte die Sprecherin. „Unsere Gäste fordern einfach mehr Übernachtungsmöglichkeiten.“

Der Erfolg des Europa-Parks ist keineswegs selbstverständlich. Europas Nummer eins, Euro-Disney in Paris, hat derzeit mit riesigen Problemen zu kämpfen. Allein in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs ist ein Verlust von 82,7 Mill. Euro entstanden, weil hohe Anlaufkosten für neue Attraktionen anfielen und die Besucher weggeblieben sind. Jetzt steckt das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten und hofft auf die Hilfe der Banken.

Schon in den vergangenen Jahren war es Euro-Disney nur mit Unterstützung von Investoren und des US-Medienkonzerns Disney gelungen, über die Runden zu kommen. Weltweit leiden alle Disney-Parks darunter, dass seit den Anschlägen vom 11. September 2001 weniger Besucher kommen. Euro-Disney bekam zudem Probleme, weil US-Touristen seit den Auseinandersetzungen über den Irak-Krieg Frankreich meiden.

Ganz andere Sorgen haben Parkbetreiber wie Legoland Deutschland in Günzburg. „Viele unserer potenziellen Kunden ziehen derzeit einen Ausflug an die Seen vor“, gibt eine Sprecherin zu. Mit mehr als 10 000 Gästen am Tag sei die Tochter des dänischen Spielzeugkonzerns Lego aber „im Plan“. Der Park hat erst vergangenes Jahr eröffnet. Deshalb fehlt auf dem Gelände in der Nähe des schwäbischen Städtchens Günzburg noch weitgehend das schützende Grün. In jedem Fall werde es eine gute Saison, sagte die Sprecherin, weil auch das Frühjahr gut gelaufen sei.

Auch im Europa-Park heißt es, dass die Hitze möglicherweise Besucher von einem Ausflug ins Achterbahn-Paradies abhalten könnte. Immerhin liegt Rust in Südbaden und damit in der heißesten Gegend von ganz Deutschland. „Ein verregneter Sommer wäre auch nicht gut“, fügt die Sprecherin jedoch hinzu.

Viel mehr Sorgen als um die hohen Temperaturen macht sich das Europa-Park-Management denn auch langfristig um das Firmenkundengeschäft. Unternehmen würden zunehmend an Veranstaltungen sparen, heißt es. Das werde aber durch Privatleute derzeit mehr als ausgeglichen.

Quelle: Handelsblatt

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