Marktführer Karstadt-Quelle muss sich auf weitere Einbrüche im Katalog-Geschäft einstellen
Verbraucher kehren dem Versandhandel den Rücken

Für Christoph Achenbach, den neuen Vorstandschef von Karstadt-Quelle, droht die Sanierung des rapide schrumpfenden Versandgeschäfts zur HerkulesAufgabe zu werden. Der Grund: Die Konzerntöchter Quelle und Neckermann, aber auch Konkurrenten wie Otto verlieren derzeit Kunden, weil vielen die Shoppingtour im Wohnzimmersessel zu teuer ist.

DÜSSELDORF. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Online-Befragung der Aachener Marktforschungsfirma Dialego im Auftrag des Handelsblatts. Für die Versender dürften die Angaben der mehr als 1 000 Befragungsteilnehmer alarmierend sein. 30 % ihrer Kunden wollen in diesem Jahr weniger bestellen als 2003, weitere 4,2 % sogar „gar nichts mehr“. Nur 7,2 % kündigten an, künftig mehr über diesen Vertriebsweg zu ordern.

Den zweitgrößten börsennotierten Handelskonzern trifft die Abstinenz der Katalogkundschaft schwer. Denn mehr als die Hälfte der Erlöse erzielt Karstadt-Quelle über den Postweg. Mit 4 Mrd. Euro Umsatz gilt Quelle vor Otto als Marktführer, Neckermann kommt mit 1,5 Mrd. Euro auf Platz drei. Doch das Geschäft bröckelt. Im Gesamtjahr 2003 gaben die KarstadtVersender 2,7 % Umsatz ab, im ersten Quartal 2004 sogar 5,1 %.

Die Dialego-Studie zeigt: Die meisten Kunden kehren den Versendern den Rücken, weil sie anderswo günstigere Angebote wittern. Immerhin 38,4 % nannten dies – vor allem anderen – als Grund, in diesem Jahr weniger im Versandhandel bestellen zu wollen.

Vor zwei Jahren ritten Quelle & Co. noch auf der Discount-Welle. Die Katalogfirmen erlebten einen stürmischen Andrang, weil Verbraucher sie als besonders billig eingeschätzten. Damit ist es nun vorbei. „In den Fußgängerzonen erleben die Kunden, dass die Angebote von Woche zu Woche billiger werden“, beschreibt Hypo-Vereinsbank-Analyst Volker Bosse das Dilemma. „Bei diesem Tempo können die Kataloge nicht mithalten.“ Der Wegfall des Rabattgesetzes habe auch hier die Branche stark verändert.

Die Studie belegt das. Gerade einmal 57 % der Befragten meinten, dass es bei Versendern häufig Sonderangebote gebe. Doch Schnäppchen sind Deutschlands Verbrauchern besonders wichtig: Mehr als 70 %, so das Ergebnis der Umfrage, suchen sich ihre Einkaufsstätte nach diesem Kriterium aus.

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