Marktplätze bei Amazon und Ebay
Tausenden Onlinehändlern droht die Insolvenz

Eine Studie enthüllt alarmierende Zahlen: Weil viele Hersteller und Markeninhaber den Verkauf ihrer Produkte übers Netz behindern, kämpfen kleine Händler um ihre Existenz und müssen Mitarbeiter entlassen.
  • 27

DüsseldorfTausende Onlinehändler sehen sich durch Vertriebsbeschränkungen von Herstellern und Markeninhabern in ihrer Existenz bedroht. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Onlinehandel (BVOH) unter mehr als 7000 Händlern in Europa. „Gerade viele kleine und mittelständische Onlinehändler stehen vor der Insolvenz“, sagte BVOH-Präsident Oliver Prothmann dem Handelsblatt.

Nach Angaben der befragten Händler behindern oder untersagen in Europa fast 2000 Hersteller und Markeninhaber den Vertrieb ihrer Produkte über das Internet. So verbiete fast ein Drittel dieser Marken den Verkauf über Marktplätze wie Amazon oder Ebay. „Der Schaden dieser Beschränkungen für Händler, aber auch für Verbraucher beträgt Jahr für Jahr Milliarden Euro“, so Prothmann.

Fast jeder zweite Onlinehändler beklagt sich über Umsatzverluste durch Herstellerbeschränkungen. Allein in Deutschland macht rund ein Fünftel der Onlinehändler nach eigenen Angaben aufgrund dieser Beschränkungen einen jährlichen Verlust von mehr als 25 Prozent. Nach Hochrechnungen des BVOH aus den Umfragedaten mussten bereits mehr als 10.000 Händler deswegen Mitarbeiter entlassen.

Große Bedenken gegen Beschränkungen des Onlinehandels hat auch das Bundeskartellamt, das im Jahr 2014 ein Pilotverfahren gegen Adidas und Nike angestrengt hat. Denn nach Ansicht der Wettbewerbshüter dienen die Beschränkungen häufig der Preiskontrolle und können damit wettbewerbswidrig sein. Adidas gab daraufhin nach und lockerte seine Vertriebsbeschränkungen.

Es sind immer wieder die gleichen Unternehmen, die mit Beschränkungen des Onlinevertriebs auffallen. So nannten die befragten Onlinehändler am häufigsten die Hersteller Nike, Adidas, Fossil und Deuter. Auch der Hersteller von Haustierzubehör, Trixi, wurde oft genannt, wenn es um die Behinderung des Internethandels geht.

Seite 1:

Tausenden Onlinehändlern droht die Insolvenz

Seite 2:

Verband fordert Eingreifen der Politik

Kommentare zu " Marktplätze bei Amazon und Ebay: Tausenden Onlinehändlern droht die Insolvenz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • da würde ich trotzdem Online kaufen ,auch wenn die Mwst.erhöht würde.Erstmal durch die Arbeit und zweitens ,wenn ich jedesmal zum Shoppen nach Karlsruhe oder Pforzheim etc fahren muß,muß ich auch Zeit und Spritgeld +Parkgebühren zahlen ,also kommt es auf das gleiche raus.
    Es wird sogar noch teurer.( wir wohnen in einer ganz kleinen Stadt ,da gibt vllt .10 Geschäfte in der sogenannten Einkaufszone )

  • Man kann niemandem vorwerfen, die gültige Gesetzeslage auszunutzen. Es ist Sache der Politik Einzelhändler, Einkaufszentren usw. mit den nötigen Waffen zu versorgen, mindenstens gleichwertig zu Online Geschäften im Konkurrenzkampf zu überleben. Ich bin kein Politiker, doch als Denkansatz könnte man alle Onlineverkäufe statt mit 21% Mwst Satz mit 35% Mwst. verkaufen müssen. Da würde sich mancher Kunde überlegen, ob er sich lieber die Beine in der Stadt vertritt oder zu Hause für jede Bestellung deutlich mehr bezahlt.

  • Jeder der sich selbständig macht muss einen (neudeutsch) Businessplan haben.
    Wenn ich mich nicht ordentlich vorbereite und weiterentwickle werde ich mit meiner Geschäftsidee spätestens beim ersten Gegenwind Pleite gehen.
    Das trifft Online-Händler wie jedes andere Geschäft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%