Marsans
Reiseveranstalter will Spanair übernehmen

Erst am Mittwoch hat die skandinavische Airline SAS angekündigt, sich unter anderem von der iberischen Tochter Spanair trennen zu wollen. Nun ist überraschend schnell ein Käufer auf den Plan getreten: Der von Spanair-Gründer Pascual geführte Reiseveranstalter Marsans ist brennend interessiert.

HB MADRID. Bereits einen Tag nach Bekanntgabe ihrer Verkaufsabsichten scheint die skandinavische Fluglinie SAS einen Käufer für ihre spanische Tochter Spanair gefunden zu haben. Die spanischen Gründer wollen die Spanair zurückkaufen. Der Touristikkonzern Marsans kündigte gestern an, den Skandinaviern eine Offerte für 100 Prozent der Spanair-Anteile vorzulegen.

Der Chef des Reiseunternehmens, Gonzalo Pascual, hatte Spanair vor über 20 Jahren mit seinem Partner Gerardo Díaz Ferrán gegründet. Er ist bis heute Präsident von Spanair. Erst kürzlich hatten der Marsans-Chef und sein Partner ihre Spanair-Anteile von 5,1 Prozent verkauft. „Wir wollen keine Anteile haben, sondern das gesamte Aktienkapital übernehmen“, betonte Pascual. Er gehe nicht davon aus, dass es eine Gegenofferte geben werde. Die Skandinavier ließen bereits wissen, dass ein Verkauf an die Spanier für sie „sehr zufriedenstellend“ wäre. Der Wert von Spanair wird vom Markt auf 1,6 Mrd. Euro geschätzt. Ein offizielles Angebot von Marsans wird in den kommenden Wochen erwartet.

Spanair ist mit einer Flotte von 65 Maschinen und 10,7 Millionen Passagieren im Jahr nach der einstigen Staatslinie Iberia die zweitgrößte Fluggesellschaft Spaniens. Als Kaufinteressent war noch Air Berlin gehandelt worden. Die Berliner sind aufgrund ihres touristischen Hintergrunds die größte ausländische Fluglinie in Spanien. Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer hatte gestern jedoch umgehend dementiert: „Wir haben kein Interesse an Spanair. Es gibt keine Gespräche über eine Beteiligung oder Übernahme.“

Mit Marsans gibt es viele Synergien. Der Reiseveranstalter setzt drei Milliarden Euro im Jahr um und ist bereits im Besitz zahlreicher kleinerer Fluglinien wie Air Comet. Neben seinen touristischen Aktivitäten verfügt der Reiseveranstalter auch über zahlreiche Handling- und Transportfirmen. Jetzt will Chairman Gerardo Díaz Ferrán, der ebenfalls einen bedeutenden Anteil an Marsans hält, über den Erwerb von Spanair in der Flugbranche einen gewaltigen Sprung nach vorne machen und direkt mit Iberia konkurrieren.

Die Nummer eins hat sich Anfang des Jahres offiziell zum Verkauf gestellt. Das nicht börsennotierte Unternehmen Marsans galt lange als einer der Investoren, die zusammen mit der US-Beteiligungsgesellschaft Texas Pacific für Iberia bieten könnten.

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