Maschinen starteten verspätet: Piloten-Warnstreik bremst Urlaubsflüge bei der LTU

Maschinen starteten verspätet
Piloten-Warnstreik bremst Urlaubsflüge bei der LTU

Das Unternehmen weist die Forderungen der Belegschaft zurück. Schließlich sei die Sanierung noch nicht abgeschlossen.

ebe/ek DÜSSELDORF. Die Piloten der Ferienfluggesellschaft LTU traten gestern früh in einen dreistündigen Warnstreik. Zwölf Maschinen mit rund 2 000 Passagieren starteten verspätet, sagte das Düsseldorfer Unternehmen. Die Pilotenvereinigung VC Cockpit will höhere Gehälter durchsetzen. Nach ihrer Auffassung ist die Sanierung der Airline beendet. Ende 2001 hatte die LTU nach dem Bankrott des Anteilseigners Swissair kurz vor der Pleite gestanden und war durch einen Kredit sowie eine Landesbürgschaft gerettet worden.

LTU-Chef Jürgen Marbach wies die Forderungen der Cockpit-Mitarbeiter zurück. Sie handelten „stark verantwortungslos und geschäftsschädigend“, sagte er dem Handelsblatt. Der Schaden des Warnstreiks sei „mindestens sechsstellig“. Ohnehin sei das Unternehmen erst saniert, wenn der Restrukturierungskredit von 100 Mill. Euro zurückgezahlt sei. Das will die LTU von 2005 bis 2008 schaffen. Im vergangenen Jahr habe der Verlust noch 30 Mill. Euro betragen. Dieses Jahr sei „eine schwarze Null mit kleinem Gewinn“ geplant. Derzeit liege die Fluggesellschaft 5 % über Plan.

Das fliegende Personal hatte in der Krise in einen Sanierungs-Tarifvertrag mit herben Einschnitten eingewilligt. Der Vertrag lief bis zum 31. Dezember 2003. Seitdem wird ergebnislos verhandelt. Die Piloten hätten zuletzt einen Tarifvertrag mit dreijähriger Laufzeit abgelehnt – mit jährlich sukzessiven Gehaltssteigerungen, die im dritten Jahr 10 % ausgemacht hätten, sagte ein LTU-Sprecher. Außerdem hätte das Unternehmen Gehaltsstufensprünge für die Co-Piloten angeboten und 20 neue Kapitäns-Stellen schaffen wollen.

Auch die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) mobilisiert ihre Belegschaft: „Wir treffen derzeit alle Voraussetzungen für einen Arbeitskampf“, sagte Ufo-Verhandlungsführerin Martina Stickler dem Handelsblatt. LTU hat Gespräche mit dem Ufo-Vorstand, in dem ausschließlich Lufthansa-Mitarbeiter sitzen, aber abgebrochen. Da würden „Leute Konditionen aushandeln, die nichts mit LTU zu tun haben“, sagte der Sprecher. „Wir verhandeln gerne, aber nur mit Verdi.“ Ufo vertritt nach eigenen Angaben etwa die Hälfte der mehr als 1 000 LTU-Flugbegleiter.

Tarifstreitigkeiten bei Charterfluggesellschaften sind derzeit eher die Regel denn die Ausnahme. Weil expandierende Billigfluglinien immer stärker in das Kerngeschäft der Ferienflieger eindringen, geraten klassische Airlines wie LTU, Condor (Thomas Cook) oder Hapag Lloyd Flug (Tui) unter Zugzwang.

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