Maß der wirtschafltichen Erholung nur schwer einzuschätzen – Institute korrigieren ihre Prognosen bereits nach unten
Die Stimmung der Konsumenten ist sehr labil

Mit viel Optimismus blickten die Auguren in das Jahr 2004: Zwischen 1,5 und 2 % lauteten die Prognosen für dieses Jahr. Nun flaut der Optimismus langsam wieder ab. Zwei wirtschaftswissenschaftliche Institute haben bereits damit begonnen, ihre Prognosen nach unten zu korrigieren. Die Übung ist bereits aus dem Vorjahr bekannt. Mutiert der erhoffte, kräftige Aufschwung damit zu einem lauen, schwachen Lüftchen?

HB DÜSSELDORF. In der Tat ist das Maß der wirtschaftlichen Erholung derzeit nur schwer einzuschätzen. Die Stimmung der Unternehmen und vor allem der Konsumenten ist äußerst labil, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind keinesfalls gefestigt. Die Zahl der unwägbaren Faktoren scheint größer zu sein, als die der sicheren Indikatoren. Die möglichen Auswirkungen der Dollarschwäche auf den Export, das Für und Wider der Reformbemühungen der Bundesregierung oder die wirtschaftlichen Folgen von Terroranschlägen stehen als mögliche Einflussfaktoren viel stärker im Fokus als die zentrale Größe des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der private Konsum.

Immerhin sorgt sich zumindest die Europäische Zentralbank (EZB) um den schwachen privaten Konsum in Europa. „Das Vertrauen in die Zukunft ist ausschlaggebend für eine konjunkturelle Erholung“, schreiben die Notenbanker in ihrem Monatsbericht. In der Tat scheint es zweckmäßig, dem privaten Konsum größere Aufmerksamkeit zu widmen. So stieg sein Anteil am BIP von 56,8 % im Jahr 1994 auf 58,6 % im Jahr 2003. Während gleichzeitig die nichtinvestiven Konsumausgaben des Staates leicht und die Bruttoinvestitionen anteilsmäßig sogar deutlich zurückgehen. Nur der Export hat von 2001 bis 2003 maßgeblich zum Wirtschaftswachstum beigetragen.

Doch trotz des gewichtigen Export-Anteils lässt sich die bündige Aussage formulieren, dass die Konjunktur in Deutschland nur dann richtig in Gang kommt, wenn der private Konsum steigt. Doch in diesem Punkt sind die Prognosen mit großer Unsicherheit behaftet. Zwar gehen alle wirtschaftswissenschaftlichen Institute und auch der Sachverständigenrat von einem Wachstum der privaten Konsumausgaben aus, aber die Prognosen variieren von 0,8 und 1,5 %. Entscheidende Parameter sind das frei verfügbare Einkommen und die Sparneigung der privaten Haushalte. Die Sparneigung bzw. ihr Gegenpart die Konsumbereitschaft, hängt stark von den Einkommenserwartungen, d.h. den Stimmungen der Konsumenten ab. Das deutsche Konsumklima hat sich in den vergangenen Jahren jedoch sehr stark eingetrübt.

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