Maßkonfektion
Umsatz nach Maß

Maßkonfektion ist ein kleiner Markt. Branchenexperten schätzen den Anteil auf unter fünf Prozent am deutschen Handelsumsatz mit Herrenbekleidung von zuletzt 7,1 Mrd. Euro. Doch die Nische wächst. Individuelle Kleidungsstücke liegen stark im Trend.

GOSLAR. Vorsicht, ducken! Die Metallbügel mit den Ärmeln und Rümpfen aus dunklem Wollstoff rattern auf Kopfhöhe vorbei. Zur nächsten Nähmaschine. Zur nächsten Dürkopp. Der nächsten Schneiderin vor die Finger. Drei, zwei, eins Minuten und die Ärmel baumeln am Rumpf. Ein Sakko vollendet. Maßgenau gefertigt. Von Hand. In Goslar im Harz.

Die Odermark Bekleidungswerke der Brinkmann-Gruppe sind Marktführer bei hochwertiger Maßkonfektion. 35 000 Einzelstücke fertigen die 150 Näherinnen, Schneiderinnen und Büglerinnen dieses Jahr. Ab 450 Euro kostet ein maßkonfektionierter Anzug von Odermark. Und die Nachfrage bei den 300 Einzelhandelskunden ist groß. Das Auftragsbuch weist ein Plus von zehn Prozent aus.

Maßkonfektion ist ein kleiner Markt. Branchenexperten schätzen den Anteil auf unter fünf Prozent am deutschen Handelsumsatz mit Herrenbekleidung von zuletzt 7,1 Mrd. Euro. Doch die Nische wächst. Europas Marktführer, die belgische Scabal-Gruppe, meldet für die deutsche Tochter, Tailor Hoff aus Saarbrücken, ein Umsatzplus von zwölf Prozent. Auch der Maßkonfektionär Dolzer legt beständig zweistellig zu. In diesem Jahr eröffnete die Traditionsfirma aus dem fränkischen Schneeberg drei neue Filialen in München, Leipzig und Hannover.

„Das individuelle Bekleidungsstück – in Reinform mit Monogramm – liegt voll im Trend. Es sind nicht mehr die Sondermaße, die das Geschäft ausmachen“, sagt Erika Ortkemper vom Bundesverband des Maßschneiderhandwerks. Die Maßschneiderei ist die ursprüngliche Handwerkskunst. 50 Arbeitsstunden braucht ein Schneidermeister für einen Maßanzug. Der Preis: ab 2 000 Euro aufwärts. Die Maßkonfektion fertigt demgegenüber industriell und nutzt „Schlupfgrößen“ als Vorlagen.

Dass in Goslar bei Odermark heute noch so viele Menschen arbeiten wie im Jahr 2000 – insgesamt sind es 300 –, ist auch das Verdienst von Geschäftsführer Wolfgang Seebauer. Der gebürtige Bayer stellte den Traditionsbetrieb von Serienproduktion mit Akkordarbeit auf Maßkonfektion um. Der Anzug für die Stange kommt inzwischen aus Polen und Tschechien.

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