Mayrhuber fordert weitgehende Zugeständnisse von seinen Mitarbeitern
Lufthansa sorgt sich nicht um die Vogelgrippe

Die Vogelgrippe hat bei der Lufthansa nach Aussagen des Unternehmenschef Mayrhuber bislang nicht zu weniger Buchungen geführt. Die gestrichenen Provisionen für Reisebüros verteidigte er als Transparenz für den Kunden.

HB BERLIN. Die Lufthansa sieht für sich derzeit keine negativen Folgen der Vogelgrippe-Epidemie in Asien. Die Seuche habe sich bisher auf die Buchungen nicht ausgewirkt, sagte der Chef der Fluggesellschaft, Wolfgang Mayrhuber, dem Berliner «Tagesspiegel».

«Nachdem sich der Krankheitsfall in Hamburg nicht bestätigt hat und Experten darüber aufklären, wie sich die Krankheit überträgt, glaube ich nicht, dass dieses Mal Hysterie ausbricht», zitierte die Zeitung am Samstag den Lufthansa-Chef. Die Vogelgrippe weitet sich zur Zeit vor allem in China weiter aus. Bis Freitag waren in Asien 18 Menschen an der Geflügelseuche gestorben, zuletzt zwei Menschen in Vietnam. Mediziner raten Touristen, Geflügelmärkte und -farmen in Südostasien zu meiden.

Für dieses Jahr zeigte sich Mayrhuber optimistisch. «Ich denke, dass die jetzt eingeleiteten Reformen ein Hoffnungsschimmer sind dafür, dass die Verunsicherung beim Konsumenten aufhört, er wieder Mut fasst und Geld für das Reisen ausgibt», sagte der Lufthansa-Chef.

Zugleich will Mayrhuber die Kosten in seinem Unternehmen weiter senken. Er forderte die Belegschaft zu weitgehenden Zugeständnissen auf: «Mehr Arbeit für gleiches Geld» verlangte er im Interview mit dem «Tagesspiegel». Wenn es wieder besser laufe und die Konjunktur angezogen habe, könne es wieder heißen, «mehr Perspektive und mehr Geld».

Außerdem verteidigte Mayrhuber das Vorhaben, vom 1. September an den Reisebüros die Provision für verkaufte Tickets zu streichen. Die Preise würden transparenter, weil der Kunde dann zwischen dem Preis für den Flug und der Servicegebühr für die Beratung im Reisebüro unterscheiden könne. Der Reisebüro-Verband DRV kritisierte die Pläne der Lufthansa und warnte vor Arbeitsplatzverlusten bei Reisebüros.

Das Urteil der EU-Kommission zur Rückzahlung der Beihilfen des irischen Konkurrenten Ryanair begrüßte Mayrhuber. «Nach 80 Jahren haben wir endlich den Luftverkehr dereguliert, Subventionen sind seit zehn Jahren tabu. Da kann es nicht angehen, Beihilfen in ein neues Geschäftsmodell miteinzubauen.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%