Mayrhuber im Handelsblatt-Interview
Die Lufthansa rüstet sich für Zukäufe

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber will weitere Beteiligungen verkaufen, um für die anstehende Konsolidierung im Fluggeschäft gewappnet zu sein. Der Luftfahrtkonzern lauert angesichts kränkelnder Airlines wie Swiss oder Alitalia auf einen Ausleseprozess am Himmel.

HB DÜSSELDORF. Mayrhuber sprach mit den Handelsblatt-Redakteuren Joachim Dorfs, Matthias Eberle und Martin Noé über Fusionen, Preiskämpfe mit Billig-Airlines und das Gerangel um den Rivalen Swiss. Das Interview lesen Sie hier:

Nach fast drei Jahren Dauerkrise zeigen die Verkehrszahlen des europäischen Airline-Verbands seit Wochen erstaunliche Zuwächse. Wie weit kommt Lufthansa unter dem Strich voran?

Insbesondere die Interkontinentalstrecken haben für einen guten Start ins Jahr 2004 gesorgt: Auch der Markt in Japan wird wieder etwas stärker, Amerika zieht ganz gut, wir sind in Asien die Nummer eins mit neuen und größeren Flugzeugen auf neuen Strecken. Das alles fügt sich zu einem positiven Trend. Eine Prognose fürs Gesamtjahr will ich noch nicht abgeben. Aber die Passagierzuwächse, die Auslastung der Flugzeuge und die Durchschnittserlöse gehen in die richtige Richtung.

Das heißt, Lufthansa profitiert in erster Linie von der wieder anlaufenden Weltkonjunktur?

Nicht nur. Wir haben unser Produkt weiter verbessert und es gibt insbesondere im Interkontinentalbereich auch einige schwächelnde Wettbewerber, gegen die wir Marktanteile gewinnen. Der Geschäftsreiseverkehr beginnt sich wieder zu beleben. Offenbar ist in vielen Unternehmen die Einsicht zurückgekehrt, dass man mit einem virtuellen Handshake kein Geschäft machen kann.

Air France-KLM hat in dieser Woche die Fusion zu Europas größtem Luftfahrtkonzern besiegelt. Wie bewerten Sie diesen Schritt?

Neben der Integration beider Unternehmen muss Air France das Zusammenfügen zweier Allianzen, Skyteam und Wings, verdauen. Das wird eine große Herausforderung. Die entscheidende Frage ist, ob das zur Übernahme benötigte Geld sinnvoll investiert ist oder anders besser einzusetzen wäre. Ich sehe sehr wohl bei KLM den Mehrwert, der sich aus dieser Fusion ergibt. Für Air France kann ich ihn nicht genau erkennen, zumal man nicht auf Kostensynergien setzt.

Aber KLM bringt Air France im weltweit wichtigsten Markt Nordamerika doch einen großen Schritt nach vorn?

Einfach nur kaufen, weil theoretisch eins plus eins zwei ergibt, reicht in der Airline-Branche nicht. Das haben schon die großen inneramerikanischen Airline-Fusionen gezeigt, die daran gescheitert sind, obwohl es dort nicht einmal große Kulturunterschiede gibt.

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