Mayrhuber kritisiert Subventionen für kleine Flughäfen
Lufthansa-Chef warnt vor Euphorie

Lufthansa-Chef Mayrhuber gibt sich optimistisch: Das Unternehmen habe nach schwierigen Zeiten die Wende geschafft. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, fordert er von seinen Mitarbeitern mehr Arbeit für gleiches Geld.

HB BERLIN. Der Vorstandschef der Deutschen Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, hat sich zuversichtlich zur Geschäftsentwicklung der Fluggesellschaft geäußert. «Nach all den Turbulenzen in 2003 haben wir im ersten Quartal 2004 einen Gewinn erwirtschaftet und damit die Wende geschafft», sagte Mayrhuber der «Bild am Sonntag». «Wir haben uns positioniert, sind flexibel und gesund genug, um jetzt an der Spitze zu fliegen.»

Allerdings hatte die Lufthansa den Nettogewinn von 62 Millionen Euro vor allem dem Verkauf eines Anteils an der Buchungsfirma Amadeus zu verdanken. Operativ lag die Airline mit einem Minus von 116 Millionen Euro immer noch in der Verlustzone.

In dem Interview warnte Mayrhuber vor Euphorie: «Wir müssen weiter mit den weltpolitischen Unwägbarkeiten leben.» Derzeit profitiere die Lufthansa unter anderem «von der Schwäche einiger Konkurrenten und vom Aufschwung in wichtigen Wirtschaftszentren, vor allem in Asien und Nordamerika», sagte der Lufthansa-Chef. Das Unternehmen habe sein Angebot auf interkontinentalen Strecken um 18 Prozent gesteigert.

Kritik übte Mayrhuber an der Politik, die «unter dem Deckmantel einer Strukturförderung» regionale Kleinst-Flughäfen mit Steuergeldern subventioniere. Dadurch könnten Billiganbieter «zum Nulltarif» auf kleineren Flughäfen landen, während die Lufthansa auf den großen und profitablen Flughäfen «dramatisch höhere Gebühren» zahlen müsse. Nur bei fairen Wettbewerbsbedingungen habe die Lufthansa eine Chance gegen Billigflieger wie Ryanair.

Mayrhuber wertete den Tarifvertrag für die Regionaltochter Cityline als «wichtiges Signal» für alle Bereiche seines Unternehmens. Der Tarifabschluss umfasst der «Bild am Sonntag» zufolge eine 30-monatige Nullrunde, Jahresarbeitszeitkonten und längere Arbeitszeiten. Derzeit verhandelt die Lufthansa mit den Gewerkschaften über neue Tarifverträge.

Der Lufthansa-Chef kündigte an, dass sich alle Beschäftigte des Konzerns künftig auf längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich einstellen müssten. «Ich bin keiner, der den Mitarbeitern einfach Geld wegnehmen will. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen aber alle Mitarbeiter bereit sein, für gleiches Geld mehr und flexibler und damit effizienter zu arbeiten», sagte Mayrhuber der Zeitung. Das sei der beste Weg, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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