Mayrhuber zu Investitionen bereit
Swiss wird Lufthansa-Bilanz zunächst belasten

Einen Tag nach der Unterzeichnung des Übernahmevertrags hat Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber bereits Investitionen in die Swiss angedeutet. Auszahlen wird sich dies aber erst ab 2007.

HB FRANKFURT. Die Integration der noch defizitären Swiss werde in den kommenden zwei Jahren neben dem Kaufpreis gut 100 Mill. € kosten, teilte Lufthansa am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt mit. Für das laufende Jahr rechnet Lufthansa infolge der Aufwendungen daher lediglich mit einem stabilen operativen Konzernergebnis von 383 Mill. €. Ohne die Swiss-Übernahme strebte Lufthansa laut Geschäftsbericht für 2005 eine erneute Verbesserung an, die allerdings nicht näher beziffert wurde.

Die Aktie von Lufthansa sank um 2,25 % auf 10,88 € und war damit am Mittag einer der größten Verlierer im Deutschen Aktienindex.

Mit der am Dienstagabend besiegelten Übernahme von Swiss erwartet Lufthansa ab 2007 Ergebnisverbesserungen von jährlich rund 160 Mill. €. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber ergänzte, die veranschlagten Synergien könnten aber auch durchaus höher ausfallen. Die mit gut 380 Mill. € verschuldete Swiss werde die Lufthansa-Bilanz zwar belasten. Die im Vorjahr deutlich verbesserte Nettokreditbilanz mit einem Vermögen von 418 Mill. € bleibe aber auch bei Einbeziehung der Swiss positiv. „Wir haben im vorigen Jahr über eine Milliarde Liquidität erzielt“, sagte Mayrhuber. Er begründete die Übernahme von Swiss mit dem hohen Wettbewerbsdruck in der Luftfahrt. „Keiner kann mehr alleine“. Der Zeitpunkt der Übernahme sei richtig. „Die Risiken haben sich für beide Seiten reduziert“. Beide stünden besser da als vor zwei Jahren beim ersten gescheiterten Übernahmeversuch.

Zu den Vorteilen für Lufthansa zählte Mayrhuber den Zugriff auf den Schweizer Luftverkehrsmarkt mit besonders vielen zahlungskräftigen Geschäftsreisenden, neue rentable Flugziele und die Möglichkeit zu besser abgestimmten Flugplänen. „Wir verstehen Integration nicht als Verschmelzung. Swiss bleibt Swiss - auch mit Lufthansa“, sagte er. Lufthansa sei auch mittelfristig zu Investitionen in Swiss bereit, wenn das Unternehmen wirtschaftlich saniert sei. Die Integration der Swiss dürfte in diesem Jahr 62 Mill. € und im kommenden Jahr nochmals 39 Mill. € kosten, sagte Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley.

Nach dem Konzerngewinn von 404 Mill. € schlägt Lufthansa für 2004 eine Dividende von 0,30 € je Aktie vor. Für 2003 war die Ausschüttung wegen eines Milliardenverlustes ausgefallen. Der Umsatz des Lufthansa-Konzerns verbesserte sich 2004 um 6,3 % auf 17 Mrd. €.

Die im vorigen Jahr eingeleiteten Kostensenkungen würden 2005 fortgesetzt. Nach 378 Mill. € im vorigen Jahr sei das Ziel für 2005, 402 Mill. € zu sparen. Die noch immer verlustreichen Lufthansa-Sparten Catering mit der LSG Sky Chefs und Touristik mit der 50-Prozent-Beteiligung Thomas Cook seien auf gutem Wege, sagte Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley. Thomas Cook werde in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen kommen. Die Catering-Tochter solle ohne Restrukturierungskosten ebenfalls wieder operativ in die Gewinnzone kommen.

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