McDonald's, Chipotle, Starbucks
Fastfood-Ketten kämpfen um Nachwuchs

Höhere Löhne, mehr Urlaub oder Weiterbildung: In den USA buhlen die Fastfood-Ketten um Talente. Denn immer weniger Amerikaner suchen einen Job. Und schon gar nicht in der Küche eines Schnellrestaurants.
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New YorkTortillas rollen, Hamburger braten, Pommes salzen. Es ist heiß in der Küche, das Tempo hoch, die Bewegungen monoton. Die Arbeit in einem Schnellrestaurant zählt zu den Knochenjobs Amerikas, wie Douglas Coupland in seinem Roman Generation X schreibt: „Ein schlecht bezahlter Job im Dienstleistungsbereich mit wenig Würde, wenig Nutzen und ohne Zukunft.“

Die Lästereien des amerikanischen Schriftstellers über „McJobs“ passen derzeit jedoch nicht so recht zur real existierenden Situation. In den USA kämpfen McDonald's, Burger King & Co um Personal – und überbieten sich mit Lohnerhöhungen und Sonderleistungen wie mehr Urlaub oder Studienhilfen.

Die Fastfood-Kette Chipotle Mexican Grill etwa verspricht eine klassische Tellerwäscherkarriere: Aushilfen, die zunächst nach Stunden bezahlt werden, können mit Fleiß durchaus aufsteigen und später als „Restaurateure“ 133.000 Dollar im Jahr verdienen. Dienstwagen inklusive. „Anders als viele Unternehmen in der Branche bietet Chipotle seinen Mitarbeitern bedeutsame Karrierechancen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die amerikanische Wirtschaft erholt sich, der Arbeitsmarkt wird immer robuster, die Zahl der Arbeitssuchenden sinkt rapide. Für Burger King oder Starbucks wird es damit immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Zugleich steigt die Nachfrage dramatisch, denn stark wachsende Anbieter wie Chipotle oder die Hamburger-Kette Shack Shake eröffnen zahlreiche neue Filialen.

Allein Chipotle erweiterte seine Kette in diesem Jahr um 200 Läden. Derzeit wirbt das US-Unternehmen für seinen „Nationalen Einstellungstag“: Am 9. September will es auf einen Schlag 4000 neue Mitarbeiter begrüßen.

Auch McDonald's lässt sich nicht lumpen. Der neue Vorstandschef Steve Easterbrook will das Image des Marktführers verbessern, verwendet nur noch antibiotikafreies Hühnerfleisch – und erhöhte vor wenigen Monaten freiwillig den Lohn seiner 90 000 Küchenhilfen und Kassierer auf zehn Dollar die Stunde, im Schnitt ein Dollar mehr als es die Mindestlohnvorschriften der Bundesstaaten oder Landbezirke vorschreiben.

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Seit 2013 zogen die Löhne um 6,8 Prozent an

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