McDonald's, Coca Cola, Starbucks

US-Nationalparks öffnen sich aus Geldnot für Konzerne

Die Nationalparks sind der Deutschen liebstes Amerika. Doch der Unterhalt verschlingt Geld, der Staat gibt sich knauserig. Daher öffnen sich die Parks für Konzerne. Heißt es bald „Yellowstone, sponsored by McDonald's“?
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US-Nationalparks
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Endlose Weiten, schneebedeckte Bergspitzen, zerklüftete Küstenlandschaften: Die 59 Nationalparks in den USA versprechen Superlative. Um ihren Schutz kümmert sich der National Park Service – und das nun schon seit 100 Jahren.

Grand Canyon
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Am 25. August 1916 unterzeichnete der damalige US-Präsident Woodrow Wilson ein Gesetz, mit dem der National Park Service entstand. Er schützt 59 Nationalparks mit einer Fläche von insgesamt rund 210.000 Quadratkilometern. Insgesamt verwaltet der Service mehr als 400 Anlagen – dazu zählen etwa historische Parks, Monumente, Gedenkstätten oder Reservate. Im vergangenen Jahr zählten sie rund 307 Millionen Besucher. 

Yellowstone Nationalpark
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Der wohl bekannteste Park ist wohl der Yellowstone Nationalpark. Dort leben auch Braunbären.

Yellowstone Nationalpark
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Der Yellowstone Nationalpark wurde im Jahr 1872 gegründet und ist damit das älteste Naturschutzgebiet der Welt. Der Größte ist der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark im südöstlichen Alaska. Er umfasst ein Gebiet von rund 53.320 Quadratkilometern. 

Bisons
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Mit ihren zotteligen Bärten und gebogenen Hörnern prägen Bisons maßgeblich das Bild des Yellowstone Nationalparks. Zwischen 4.000 und 5.000 der Tiere leben in dem knapp 9.000 Quadratkilometer großen Gebiet, sie verteilen sich auf zwei Herden. Die Ranger warnen aber davor, sich ihnen allzu dicht zu nähern. Angriffe mit Bisons gehören zu den häufigsten Unfällen im Park. Auch übertriebene Fürsorge sollte man sich sparen: Als zwei Besucher im Mai ein Bisonkalb vor der Kälte retten wollten, fällten sie damit letztendlich sein Todesurteil. Weil das Tier sich nicht mehr in seine Herde integrieren ließ, musste es getötet werden.

Sternenhimmel
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In vielen amerikanischen Städten trüben gleißende Lichter den Blick in den Sternenhimmel. Im Joshua Tree Nationalpark im Süden Kaliforniens sind die Nächte dagegen pechschwarz, das macht den Park zu einem Anziehungspunkt für Sternengucker. Im Sommer kann man die Milchstraße sehen, im Winter den Orion. Vollendet wird das Postkartenmotiv von rundgeschliffenen Felsen und stachelblättrigen Josua-Palmlilien, denen der Park seinen Namen verdankt.

Denali Park in Alaska
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Die bekannteren Parks sind gerade in den Ferienzeiten gut besucht, auch weil die meisten über ein ausgebautes Straßennetz verfügen. Im Denali Park in Alaska gibt es dagegen nur eine befestigte Straße. Besucher müssen den Bus nehmen, um ins Innere zu gelangen. Rund um den Denali, Nordamerikas höchsten Berg, erstreckt sich eine einsame Tundralandschaft. 

New YorkYellowstone, Yosemite, Grand Canyon, Smoky Mountains, Everglades und die Vulkane auf Hawai– auf kaum etwas sind die Amerikaner so stolz wie auf ihre Nationalparks. Hunderte Millionen Besucher erfreuen sich an den Sehenswürdigkeiten. Die Parks seien „die beste Idee, die wir je hatten“, schrieb einst Umweltaktivist Wallace Stegner: „Durch und durch amerikanisch, durch und durch demokratisch, zeigen sie unsere besten, nicht unsere schlechtesten Seiten.“ Sie sind ein Stück Amerika, auf das sich alle einigen können, egal welche Hautfarbe, Religion oder Herkunft.

Mehr als 400 Einrichtungen verwaltet der Park. Die Ranger mit den breiten Hüten betreuen die Freiheitsstatue vor New York, die Präsidentenköpfe von Mount Rushmore oder die Independence Hall, in der 1776 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. Doch das Herzstück sind die 59 Nationalparks, von den Sümpfen Floridas bis zu den Eiswüsten Alaskas, von den Vulkanen Hawaiis bis zu den Küsten Maines. Viele von ihnen sind auch Unesco-Weltnaturerbe.

Doch die Instandhaltung der Naturattraktionen verschlingt Milliarden Dollar an Steuergeld und trotzdem sind viele von ihnen dringend renovierungs- und reparaturbedürftig. Zum 100. Jubiläum des National Park Service (NPS) wird kontrovers debattiert, wie der Finanzbedarf gedeckt werden kann.

Die Betreiber sehen die Parks als Konjunkturmotor und hätten gerne mehr Mittel aus Washington. Doch der US-Staatshaushalt ist klamm. Deshalb will man neue Einnahmequellen auftun – und schielt auf die Privatwirtschaft. Das sorgt für viel Diskussionsstoff. „Yosemite, gesponsert von Starbucks?“, fragte die „Washington Post“ bereits provokativ. Die Befürchtung: Durch Partnerschaften mit privaten Geldgebern könnte das Naturerbe von Unternehmen vereinnahmt werden.

„Seit Jahren ist die Finanzierung ungenügend“, klagt Theresa Pierno, die Geschäftsführerin der National Parks Conservation Association (NPCA), die sich dem Schutz der Parks verschrieben hat. Trotz ihrer unschätzbar wichtigen Funktion, die Geschichte Amerikas zu bewahren und zu erzählen, seien die Parks gezwungen, aus wenigen Mitteln immer mehr zu machen. Pierno beziffert die aufgeschobenen Investitionen, die für Reparaturen nötig sind, auf fast zwölf Milliarden Dollar.

Die Nationalparks sind ein Mammut-Unterfangen, das machte NPS-Direktor Jonathan Jarvis bei den Budget-Verhandlungen im Juni deutlich: „Wir sind verantwortlich für die Verwaltung von mehr als 400 Parks (darunter 59 geschützte Nationalparks) mit mehr als 84 Morgen Land.“ Zum Vergleich: Zusammengenommen geht es um ein Gebiet von knapp 340.000 Quadratkilometern – größer als Italien – das Anlagen vom Acadia Nationalpark im Bundesstaat Maine an der US-Ostküste bis hin zu Sehenswürdigkeiten im US-Territorium Samoa im Südpazifik umfasst.

Von Eintrittsgeldern und Spenden allein können sich die Parks nicht finanzieren. Für das laufende Geschäftsjahr, das im Oktober 2015 begann, erhält der Service mit seinen 22.000 Mitarbeitern gut drei Milliarden Dollar aus dem Staatshaushalt. Darin sind wegen der Jubiläumsfeier – der National Park Service wird in der kommenden Woche 100 Jahre alt – schon deutliche Zuschüsse erhalten. Jarvis müht sich, die Summe ins Verhältnis zu setzen: „Das Jahresbudget ist geringer als das von Austin“, erklärte er den Politikern in Washington. Austin ist die an Einwohnern gemessen viertgrößte Stadt von Texas.

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