McDonald's-Konkurrent Hans nicht mehr im Glück

„Hans-im-Glück“ hat einen Burger-Boom ausgelöst. Doch aus 43 Läden sind 31 geworden. Schuld ist ein Streit zwischen Geschäftspartnern. Beteiligt ist ein Bäckerei-Erbe aus Lübeck, der nun eine Konkurrenz-Kette plant.
Update: 29.01.2016 - 16:38 Uhr
Bei „Hans im Glück“ gibt es Streit: Gründer Thomas Hirschberger hat sich von einem Franchise-Partner getrennt.
Burger-Läden

Bei „Hans im Glück“ gibt es Streit: Gründer Thomas Hirschberger hat sich von einem Franchise-Partner getrennt.

HamburgSie gilt als Vorzeigebeispiel für den Burger-Boom in Deutschland: Die Kette „Hans im Glück“ hat sich in kürzester Zeit in ganz Deutschland ausgebreitet. Die Umsätze kannten nur eine Richtung: nach oben. In einem 2015 veröffentlichten Ranking lag die Kette unter den Top drei der wachstumsstärksten Systemgastronomen in Deutschland.

„Hans im Glück“ läuft den Burgerbratern aus den Vereinigten Staaten auf dem deutschen Markt den Rang ab. McDonald's und Burger King haben hierzulande stetig an Umsatz verloren. Sie treffen nicht mehr den Geschmack der Deutschen, die mittlerweile lieber in einen handbelegten Hamburger mit frischen Zutaten beißen.

Auch das Konzept von Thomas Hirschberger, Gründer von „Hans im Glück“, stimmt. Die Bedienung kommt an den Tisch, die Einrichtung der Restaurants mit vielen dünnen Birkenstämmen erinnert an einen Wald.

Doch nun muss Hirschberger das erste Mal einen Rückschlag verkraften. Er trennt sich von einem seiner wichtigsten Franchisepartner. Zwölf norddeutsche Filialen sind bereits von der Karte auf der „Hans-im-Glück“-Website verschwunden. Und es kommt noch dicker: Deren Betreiber will daraus eine neue Burger-Kette formen. Deutschlandweit will er „Hans im Glück“ nun Konkurrenz machen.

Dabei geht es um prestigeträchtige Standorte: Ein Restaurant in einer ehemaligen Turnhalle im Hamburger Szene-Stadtteil St. Georg ist ebenso betroffen wie die Filiale auf der Berliner Friedrichstraße. „Hans im Glück“ schrumpft damit auf einen Schlag von 43 auf nur noch 31 Filialen.

In diesen Fast-Food-Restaurants essen die Deutschen am liebsten
Tresen im Schnellrestaurant Wienerwald
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Laut einer Umfrage der Verbrauchs- und Medienanalyse aus dem Jahr 2014 liegt die Fast-Food-Kette Wienerwald auf Platz Acht der beliebtesten Schnellrestaurants Deutschlands. Befragt wurden 23.093 Deutsche über 14 Jahre.

Foto: Unternehmen.

Mövenpick Marché
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Auf dem siebten Platz der beliebtesten Schnellrestaurants befindet sich laut der VuMA-Umfrage Mövenpick Marché. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien, Norwegen, Ungarn, Kroatien, Singapur, Indonesien, Malaysia und Kanada vertreten und beschäftigt rund 2.749 Mitarbeiter.

 

Kentucky Fried Chicken
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Ebenfalls beliebt bei den Deutschen ist Kentucky Fried Chicken. 4,7 Prozent der Befragten gaben an, dort mindestens einmal im Monat essen zu gehen. 2012 waren es allerdings noch 4,9 Prozent. Das Bild zeigt eine Filiale in Pforzheim.

Foto: Unternehmen.

Pizza Hut
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Auch sehr beliebt: Pizza Hut. 5 Prozent der Befragten gaben an, hier mindestens einmal im Monat zu essen. Das Unternehmen ist seit 1983 in Deutschland vertreten. Inzwischen gibt es laut eigenen Angaben hierzulande 73 Restaurants. Weltweit ist Pizza Hut in 100 Ländern 13.000 Mal vertreten. Alle Pizza Hut Stores in Deutschland würden von Franchisepartnern betrieben, heißt es auf der Homepage der Firma.

Foto: Unternehmen.

Subway
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Subway hat im Vergleich zu 2012 sogar an Beliebtheit zugelegt. Gaben damals noch 10 Prozent der Befragten an, mindestens einmal im Monat zum dem Sandwichrestaurant zu gehen, waren es 2014 bereits 10,6 Prozent. Am 13. Juni 1999 eröffnete in Berlin am Kurfürstendamm das erste Subway-Restaurant in Deutschland.

Nordsee
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Auf dem dritten Platz der beliebtesten Schnellrestaurants ist Nordsee. 10,9 Prozent der Befragten gaben 2014 an, mindestens einmal im Monat zum dem Fisch-Spezialisten zu gehen. Das Unternehmen betreibt in Deutschland 332 Filialen.

Burger King
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Immer noch sehr beliebt in Deutschland: Burger King. 15,5 Prozent der Deutschen gaben 2014 an, mindestens einmal im Monat dort zu essen - 2012 waren es noch 16,1 Prozent.

Betreiber des Dutzend Filialen ist Patrick Junge. Der Unternehmer ist in Norddeutschland kein Unbekannter. Jahrelang führte er eine der größten Bäckereiketten Deutschlands – die Stadtbäckerei „Junge“ mit 160 Filialen.

Wer die Zusammenarbeit letztlich beendet hat, ist strittig. „Hans im Glück“ teilte mit, die Kette habe den Vertrag mit Junge vorzeitig beenden müssen: „Die Unternehmensführung der Hans im Glück Franchise GmbH um Gründer und Geschäftsführer Thomas Hirschberger sah sich aufgrund zahlreicher Alleingänge und Abweichungen vom erfolgreichen Franchisekonzept durch Patrick Junge zu diesem Schritt gezwungen.“ Ein Sprecher von Junge wiedersprach. „Herr Junge hat den Vertrag gekündigt", sagte er dem Handelsblatt. Grund sei „ernsthafte und endgültige Erfüllungsverweigerung" - sprich: Die Zentrale wollte mit Junge nicht mehr zusammenarbeiten.

Eine Sprecherin von „Hans im Glück“ sagte dem Handelsblatt, andere Franchisenehmer hätten sich beschwert. Es gehe vor allem um „Marketing- und Werbemaßnahmen sowie eine nicht abgestimmte Nutzung der Marke 'Hans im Glück', ebenso wie ein wiederholt nicht abgestimmten Produktangebot“. In den vergangenen anderthalb Monaten sei Junge mehrfach abgemahnt worden, zuletzt im vergangenen Sommer. „Wer sich dagegen nicht an diese Vorgaben hält, ist fehl am Platz und gefährdet den Erfolg“, sagte die Sprecherin.

Die betroffenen Filialen sollen bis Ende März unter dem alten Namen bestehen bleiben. Danach will Junge sie kurzzeitig schließen, um sie auf ein neues, eigenes Burger-Konzept umzustellen – in Konkurrenz zu „Hans im Glück“. Junge kündigte an, fünf neue Filialen in Norddeutschland zu eröffnen. Zudem habe er eine „Expansion in erstklassigen Lagen im ganzen Bundesgebiet“ ins Auge gefasst. Damit erklärt Junge seinem ehemaligen Partner den Kampf. Damit nicht genug: Künftig, teilte Junge mit, werde er „ein noch größeres Augenmerk auf die Qualität der Produkte“ legen. Die Karte solle reichhaltigeres Angebot und mehr kreative Burger-Varianten im Vergleich zu „Hans im Glück“ beinhalten. Mit dieser Aussage spielt Junge auf einen alten Streitpunkt mit Geschäftspartner Hirschberger an.

Es ist nicht der erste Streit, den Junge erlebt: 2012 verkaufte der Bäckerei-Erbe seinen Anteile an der Familienbäckerei wegen Meinungsverschiedenheiten um die richtige Strategie. Auch Hirschberger hat einige Branchen-Erfahrung. Er gründete vor „Hans im Glück“ die erfolgreiche Kneipen-Kette „Sausalitos“.

Franchise-Konzepte gelten als gutes Mittel, mit einem relativ kleinen Anteil an Eigenkapital ein erfolgreiches Konzept schnell auf viele Filialen ausbreiten zu können. Allerdings gibt es immer wieder Ärger mit Franchisenehmern. Subway hat zwischenzeitlich etliche verloren. Burger King geriet in Deutschland im Streit mit seinem größten Betreiber sogar in einen Hygiene-Skandal.

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