McDonald's Konkurrent Hooters
Ein Burger zu viel

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen bekannten Ex-McDonalds-Betreiber wegen Betrugs. Der Verdacht: Harald G. soll in seiner aktiven Zeit in die illegale Vergabe von Unterlizenzen verwickelt gewesen sein – ausgerechnet beim Burger-Konkurrenten Hooters.
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DüsseldorfHarald G. ist ein bekannter Mann im Saarland. Er ist nicht nur der Neffe eines früheren deutschen Bundeskanzlers. Bis vor kurzem war Harald G. auch der größte Betreiber von McDonalds-Restaurants in der Region – und vielfach abgelichteter Unternehmer. Mal lächelt G. bei einer Filial-Einweihung in die Kamera, mal bei einer Tagung des Wirtschaftsverbandes. Oder er posiert werbewirksam beim Ortstermin in der Provinz, wenn es um die Beseitigung von McDonalds-Verpackungen geht.

Fotos ganz anderen Kalibers führen nun dazu, dass sich auch die Staatsanwaltschaft für den Saarländer interessiert. Dieses Mal stammen die Bilder nicht aus der deutschen Provinz, sondern aus Hollywood – und haben womöglich strafrechtliche Folgen. Die Ankläger verdächtigen G., in die Affäre um die illegale Vergabe von deutschen Unterlizenzen verwickelt zu sein – ausgerechnet für den damaligen Burgerkonkurrenten Hooters.

Wie aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Karlsruhe hervorgeht, das dem Handelsblatt vorliegt, richtet sich das Verfahren gegen G. sowie gegen den Saarländer Unternehmensberater Michael Rennig, den die Staatsanwaltschaft Frankfurt in dieser Angelegenheit schon angeklagt hat. G. bestätigte die Ermittlungen, will sich aber nicht inhaltlich äußern. Rennig ließ eine Anfrage zu den Vorgängen unbeantwortet. Er hatte zuvor jeglichen Betrugsverdacht zurückgewiesen.

Hooters (deutsch: Hupen) ist für seine vollbusigen Kellnerinnen in aufreizender Kleidung bekannt. Während das Geschäft in den USA und anderen Ländern zu florieren scheint, sind in Deutschland nahezu alle Filialen wieder geschlossen – und ein Fall für die Justiz.

Wie das Handelsblatt berichtete, ermitteln mehrere Staatsanwaltschaften. Der Hauptverantwortliche Rennig soll angeworbene Hooters-Filialbetreiber mit Unterlizenz-Verträgen angelockt und dann ausgebeutet haben – obwohl der US-Mutterkonzern die Vergabe von Unterlizenzen ausdrücklich untersagt hatte. Rennig stand damals unter anderem hinter den Firmen Wings of Germany und Flying Wings SA, die die Lizenzen von Hooters of America für große Teile Deutschlands erworben haben.

Die meisten Filialen gingen insolvent. Ein Restaurant in Nordrhein-Westfalen etwa häufte schnell Verluste von fast einer Million Euro an.

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