McDonald's macht weniger Gewinn

Fast-Food-Riese serviert nur Magerkost

Auch das ganztägige Frühstück scheint nicht mehr zu helfen: Nachdem der Jahresbeginn bei McDonald's Hoffnung gemacht hatte, sinken nun Umsatz und Gewinn erneut. Die Aktionäre reagieren enttäuscht auf die mageren Zahlen.
Update: 26.07.2016 - 17:10 Uhr
Analysten hatten sich von dem Fast-Food-Riesen deutlich mehr Gewinn erwartet. Quelle: dpa
McDonald's

Analysten hatten sich von dem Fast-Food-Riesen deutlich mehr Gewinn erwartet.

(Foto: dpa)

Oak BrookRückschlag für McDonald's: Die Trendwende beim Burger-Riesen droht ins Stocken zu geraten. Im zweiten Quartal gingen Gewinn und Umsatz kräftig zurück, wie die am Dienstag vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Ganztägiges Frühstück und Rabatt-Aktionen konnten zum Jahresauftakt noch deutlich mehr Kundschaft in die US-Filialen locken. Im abgelaufenen Quartal nahm der Andrang allerdings schon wieder ab.

In den USA stiegen die Verkäufe etablierter Filialen, die seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind, nur um magere 1,8 Prozent zum Vorjahr. An der Wall Street war mit einem Plus von über drei Prozent gerechnet worden. Entsprechend enttäuscht reagierten die Anleger. Die McDonald's-Aktie startete im US-Handel mit einem Minus von 3,5 Prozent.

So sieht der McDonald's der Zukunft aus
Neues Konzept
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In 72 Filialen testet McDonald’s seit dem 4. Juli das neue Konzept „Restaurant der Zukunft“. Ob McDonald’s so die Gunst der Kunden, die lieber zum Edelburger-Brater gehen, zurückgewinnen kann, ist fraglich. Die Änderungen im Überblick.

Mehr Individualität
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McDonald’s will künftig stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingehen, sagt Deutschland-Chef Holger Beeck. Deswegen können Kunden in den neuen Filialen die Burger so zusammenstellen, wie es ihnen beliebt: Keine Gurken, dafür extra Tomaten und doppelt Fleisch? „Mach deinen Mäc“ heißt das Programm.

Am automatisierten Terminal
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Den Burger nach eigenem Gusto erstellt der Kunde am automatisierten Terminal oder via Smartphone-App. Auch die Bezahlung erfolgt so.

Mehr Fleisch
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Wer verlorene Kunden zurückgewinnen will, muss von der Konkurrenz lernen. So bieten die Amerikaner in den neuen Filialen „Gourmetburger“ mit höherem Fleischanteil an, die Teil der sogenannten „Signature Collection“ sind und pro Burger zwei Euro mehr kosten.

Tischservice
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Die „Gourmetburger“ werden wie in einem à-la-Carte-Restaurant direkt an den Platz geliefert.

Überarbeitetes Küchensystem
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Ebenfalls neu: Die Burger sollen erst nach der Bestellung zubereitet werden – dafür wird das System in der Küche komplett umgestellt.

Neues Design
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Neben all diesen Neuerungen sollen die Filialen auch optisch deutlich verändert werden. Wie das aussieht, konnte man bisher nur in der Filiale am Frankfurter Flughafen (im Bild) in Augenschein nehmen – hier hatte McDonald’s die „Filiale der Zukunft“ im vergangenen Jahr vorgestellt.

Vor allem die schwache Entwicklung in den USA sehen Experten kritisch, denn hier tat sich der Konzern schon lange Zeit besonders schwer. Große Rivalen wie Burger King oder Wendy's setzen dem Branchenprimus zu, während kleinere Konkurrenten wie Shake Shack oder Five Guys Kunden in den Premium-Bereich ziehen.

Im zweiten Quartal sank der Überschuss bei McDonald's verglichen mit dem Vorjahreswert um überraschend deutliche neun Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar (0,99 Mrd Euro). Der Umsatz schrumpfte um vier Prozent auf 6,27 Milliarden Dollar. Konzern-Boss Steve Easterbrook bemühte sich um Optimismus: „Wir machen laufend Fortschritte dabei, unser Geschäft so zu verändern, dass wir den Bedürfnissen unserer Kunden weltweit gerecht werden“.

Allerdings räumte der Vorstandschef durchaus Schwierigkeiten in mehreren Schlüsselmärkten ein. Denn tatsächlich läuft es auch international vielerorts nicht wie erhofft. In Deutschland wurde dem Unternehmen zufolge zuletzt nur noch ein knappes Wachstum erzielt.

Dabei hat Easterbrook, der im März 2015 nach anhaltenden Geschäftseinbußen den glücklosen Don Thompson an der McDonald's-Spitze ersetzt hatte, bereits diverse Maßnahmen ergriffen, um den Kurs zu ändern. Zuletzt testete der Konzern in einigen US-Filialen frisches Hack statt tiefgekühlten Buletten und sorgte damit für viel Aufsehen. In Deutschland brach das Unternehmen im Kampf gegen den Kundenschwund sogar mit seinen Traditionen und startete Experimente mit Kellnern.

Wirklich zählbaren Erfolg brachte bislang aber nur die Entscheidung, das beliebte Frühstück-Menü in den USA ganztägig zu verkaufen. Dieses Angebot gibt es aber nun auch schon seit Herbst 2015 und die Wirkung als Umsatztreiber verpufft langsam. „Der Druck im Heimatmarkt ist ein weiteres Zeichen dafür, mit welchen Herausforderungen McDonald's – und die gesamte Fast-Food-Industrie in den USA – im zweiten Halbjahr konfrontiert ist“, meinte Experte Mark Kalinowski von der Investmentbank Nomura.

  • dpa
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