Media-Saturn-Gründer Kellerhals prüft Klage gegen Metro-Aufspaltung

Der Machtkampf bei der Metro ist nicht vorbei: Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals bereitet eine mögliche Klage gegen die Aufspaltung des Konzerns vor – und könnte den Schritt damit verzögern.
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Der Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals kämpft seit Jahren um seine Macht. Doch die Metro führt die Mehrheit der Media-Saturn-Anteile. Quelle: dpa
Metro und Media-Saturn

Der Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals kämpft seit Jahren um seine Macht. Doch die Metro führt die Mehrheit der Media-Saturn-Anteile.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMedia-Saturn Minderheitseigner Erich Kellerhals behält sich eine Klage gegen die Aufspaltung des Handelsriesen Metro vor. Kellerhals bereite eine Anfechtungsklage vor, sagte ein Sprecher seiner Investmentgesellschaft Convergenta am Dienstag. „Ob und wann eine Klage eingereicht wird, ist aber noch nicht entschieden“, betonte der Sprecher.

Die Aktionäre der Metro hatten sich bei einer Hauptversammlung am Montag für die Teilung des Konzerns ausgesprochen. Damit soll das Geschäft um die Cash&Carry-Großmärkte und die Supermarktkette Real abgespalten werden. Media-Saturn verbleibt bei der jetzigen Metro und wird Teil einer Holding mit dem Namen Ceconomy. Die Trennung soll im Sommer über die Bühne gehen, beide Gesellschaften sollen dann im MDax notiert werden.

Das geteilte Metro-Reich
Die doppelte Metro
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Der Handelskonzern Metro spaltet sich in zwei Teile – einen Händler für Unterhaltungselektronik unter dem neuen Namen Ceconomy mit 22 Milliarden Euro Umsatz und den Bereich Großhandel und Lebensmittel mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro, der weiter unter dem Namen Metro auftritt. Beide neuen Unternehmen werden an der Börse notiert.

Koch bleibt an der Spitze
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Die neue Metro wird in ein separates Unternehmen abgespalten, geführt vom bisherigen Vorstandschef Olaf Koch. Er ist bereits seit Januar 2012 Metro-Chef, zuvor war er drei Jahre lang Finanzchef.

Anleger erhalten neue Aktien
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Für die neue Metro AG peilt der Konzern eine Börsenbewertung von etwa 7,5 Milliarden Euro an. Jeder bisherige Metro-Aktionär soll jeweils eine Aktie der neuen Metro und der Ceconomy AG erhalten. Die Aktien sind ab Oktober 2016 dividendenberechtigt. Beide neuen Aktiengesellschaften sollen die Kriterien für eine Notierung im MDax erfüllen.

Großhandel und Lebensmittel
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Das Ziel im Bereich Großhandel und Lebensmittel ist, bei einem geplanten Wachstum von drei Prozent die Gewinnmarge (Ebitda) stabil bei 4,9 Prozent zu halten – im Handel durchaus ein respektabler Wert. Das Unternehmen ist mit einem Umsatzanteil von 87 Prozent sehr stark auf Europa konzentriert. Problematisch ist auch das Geschäft in Russland und der Türkei, das zwar operativ gut läuft, aber stark unter dem Währungskurs leidet.

Fokus auf den Lieferdienst
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Im Großhandel, wo Metro europäischer Marktführer ist, setzt der Händler zunehmend auf den profitableren Lieferdienst und verkleinert die Märkte. Gerade erst hat das Unternehmen die Übernahme des französischen Unternehmens Pro à Pro abgeschlossen, das Lebensmittel an Kantinen und Restaurants liefert. In Asien hat sich Metro vor kurzem mit dem Kauf des Lieferdienstes Classic Fine Foods verstärkt.

Real-Märkte
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Die größte Baustelle der neuen Metro ist die Supermarktkette Real. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz erneut flächenbereinigt um 1,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zurück, immerhin konnte im Gegensatz zum Jahr zuvor ein kleiner Gewinn erzielt werden. Hoffnungen setzt das Unternehmen auf das neue Markthallen-Konzept, das erstmals in Krefeld gezeigt wird. Dort ergänzt ein großes Angebot an hochwertiger Gastronomie den Supermarkt.

Peter Haas führt Ceconomy
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Die bisherige Metro AG wird in Ceconomy umbenannt. In ihr bleibt unter der Leitung von CEO Pieter Haas im Wesentlichen das Geschäft der beiden Handelsketten Media Markt und Saturn mit mehr als 1000 Märkten in neun europäischen Ländern.

Kellerhals liefert sich seit Jahren einen Machtkampf um das Sagen bei Media-Saturn mit dem Düsseldorfer Handelskonzern, der die Mehrheit der Media-Saturn-Anteile hält. „Wir kontrollieren dieses Unternehmen“, hatte Metro-Chef Olaf Koch mit Blick auf Media-Saturn bei der Hauptversammlung gesagt.

Seit einiger Zeit versucht der Investor Clemens Vedder, einen Lösung zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Vedder wolle dies nach der Hauptversammlung fortsetzen, hatte ein Sprecher gesagt. Geht Kellerhals vor Gericht tatsächlich gegen die Aufspaltung vor, könnte er diese möglicherweise verzögern. Nach dem Beschluss der Hauptversammlung bleiben vier Wochen für Anfechtungsklagen.

  • rtr
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