Media-Saturn-Kauf
Kellerhals sucht Verbündete

David gegen Goliath: Trotz des Widerstands von Metro will Media-Saturn-Minderheitsaktionär Erich Kellerhals den Elektronikriesen ganz übernehmen. Nun sucht er Unterstützer. Experten sind sich einig: Die wird er brauchen.
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DüsseldorfIm Dauerstreit um Media-Saturn (MSH) sucht Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals Insidern zufolge Verbündete für eine Übernahme des Metro-Mehrheitsanteils an Europas größter Elektronikhandelskette. Kellerhals habe den Finanzinvestor Advent ins Spiel gebracht, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag. Metro stellte klar, es gebe keine Verhandlungen über den Anteil: „Auch mit Blick auf die Kapitalmarktrelevanz möchten wir hiermit nachdrücklich darauf hinweisen, dass der Metro AG weder ein konkretes Übernahmeangebot für ihren MSH-Anteil vorlag oder vorliegt, noch gab oder gibt es konkrete Gespräche zwischen der Metro und angeblich interessierten Investoren“, erklärte Metro-Chef Olaf Koch in einer Mitteilung des Handelskonzerns.

Die „WirtschaftsWoche“ berichtete, Advent sondiere bereits einen Einstieg bei Media-Saturn. Sprecher von Kellerhals’ Investmentgesellschaft Convergenta und Advent wollten dies nicht kommentieren. In Finanzkreisen hieß es indes, Advent denke derzeit nicht an einen Einstieg. „Das hat keine Grundlage“, sagte einer der Insider. Ein weiterer Insider sagte, es habe aber Kontakte zwischen Advent und Metro gegeben. Der Finanzinvestor kennt die Handelsbranche gut, er war unter anderem an der Parfümeriekette Douglas beteiligt.

Minderheitseigner Kellerhals und der Handelsriese Metro liefern sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf um das Sagen bei Media-Saturn. Gegenseitige Vorwürfe sind dabei ebenso an der Tagesordnung wie juristische Auseinandersetzungen. Kellerhals, einer der Gründer der Elektrohandelskette, hält zwar nur knapp 22 Prozent an Media-Saturn, hat aber umfassende Veto-Rechte. Metro sind diese ein Dorn im Auge - der Konzern versucht, sie auszuhebeln. Kellerhals wirft Metro deshalb vor, ihn enteignen zu wollen.

Zuletzt hatte Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen Insidern zufolge vergeblich versucht, zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Fitschens Angebot habe die „Enteignung von Rechten“ umfasst, es habe abgelehnt werden müssen, um „eine Mitentscheidung im Unternehmen für Convergenta Invest zu sichern“, schrieb Kellerhals jüngst auf seiner Internet-Seite.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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