Medienbericht
BER-Chefs uneins über Teileröffnung

Die geplante Teileröffnung des BER sorgt offenbar für Zwist zwischen den Chefs. Während Geschäftsführer Mehdorn schon ab Frühjahr einen Probebetrieb starten will, will Technik-Chef Amman erst Schönefeld schließen.
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HamburgIn der Berliner Flughafengesellschaft gibt es laut „Spiegel“ Streit über die Teilöffnung des Pannenairports. Geschäftsführer Hartmut Mehdorn will den Pier Nord des neuen Terminalgebäudes zu einem Mini-Terminal umbauen und dort ab Frühjahr als Probebetrieb sechs Starts und Landungen täglich abfertigen. Technik-Chef Horst Amman dagegen will erst Schönefeld schließen und dann im Sommer oder Herbst 2014 alle Billig-Flieger vom Pier Nord starten lassen.

Der Aufsichtsrat wolle sich bei seiner Sitzung am Freitag mit beiden Konzepten zur Teilöffnung befassen, schrieb der „Spiegel“. Mehdorn wirbt seit Wochen für einen möglichst baldigen Probebetrieb am Pier Nord. Der Umbau – Gepäckbänder, Sicherheitskontrollen und Check-in-Schalter müssten installiert werden – würde laut Finanzexperten des BER mehr als fünf Millionen Euro kosten, berichtete der „Spiegel“. Ein Testbetrieb mit der Fluggesellschaft Germania – Mehdorn plane sechs Starts und Landungen täglich – würde demnach pro Monat eine halbe Million Euro kosten. Alle drei Berliner Flughäfen – Tegel, Schönefeld und Teile des BER – wären dann gleichzeitig in Betrieb.

Ammans Plan dagegen sieht laut Bericht eine vorzeitige Aufgabe des Flughafens Schönefeld vor. Easyjet und andere dort operierende Fluggesellschaften sollen demnach in den Pier Nord umziehen; Check-in, Sicherheitskontrollen und Gepäckabfertigung sollten in einem Pavillon und einem provisorischen Bau stattfinden. Die Kosten betragen laut Konzept rund 16 Millionen Euro, wie der „Spiegel“ schrieb. Berlin und der Bund hätten bereits Sympathien für den Amman-Plan erkennen lassen.

Weiteres Thema im Aufsichtsrat ist die Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Der Bund sucht nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus einen Wirtschaftsexperten. Kandidaten seien der scheidende Präsident des Bundesverbandes der Industrie, Hans-Peter Keitel, die Unternehmensberaterin und Luftfahrtexpertin Tanja Wielgoß oder der ehemalige Fraport-Chef Wilhelm Bender. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte kürzlich gesagt, er halte es für denkbar, einen externen Kontrolleur an die Spitze des Aufsichtsrates zu setzen.

Den Posten hat bislang Brandenburgs scheidender Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) inne. Er gibt das Amt des Regierungschefs Ende August auf und will dann auch den Chefposten im Aufsichtsrat verlassen. Sein designierter Nachfolger, der bisherige Innenminister Dietmar Woidke (SPD), will den Posten nicht übernehmen. Brandenburg wolle den zuständigen Staatssekretär Rainer Bretschneider als Nachfolger ins Gespräch bringen, berichtete „Focus“.

Der Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadt-Flughafen wurde bereits mehrfach verschoben; zur Zeit ist vollkommen unklar, wann der Airport in Betrieb gehen wird. Ein Termin werde erst nach der Bundestagswahl genannt, schrieb „Focus“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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