Medienbericht
Deutsche Flugsicherung plant Zukauf in Großbritannien

Die deutsche Flugsicherung (DFS) will wachsen und denkt über einen Einstieg in Großbritannien nach. Damit würde die DFS noch stärker am Markt der Atlantikflüge teilhaben.
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BerlinDie Deutsche Flugsicherung (DFS) hat Expansionspläne in Europa und blickt dabei nach Großbritannien. "Die britische ist eine sehr gut aufgestellte Flugsicherung", sagte DFS-Aufsichtsratschef Klaus-Dieter Scheurle der "Financial Times Deutschland" (FTD). Zwischen der deutschen und der britischen Flugsicherung könnten sich hochinteressante Synergieeffekte ergeben. Zudem bekäme die DFS Zugang zu einem anderen sogenannten Air-Block. Aus diesen Blöcken setzt sich der europäische Luftraum zusammen. Scheurle sagte, durch einen Einstieg in Großbritannien würde die DFS noch stärker am Markt der Atlantikflüge teilhaben. Auch könnte sie eine Perspektive in den Beneluxstaaten bekommen.

Scheurle beklagte in dem Gespräch, das die FTD am Mittwoch veröffentlicht, die heutige starke Fragmentierung des europäischen Luftraums. "Dadurch erreicht Europa weniger Effizienz als Lufträume, die sich in der Hand einer einzigen Flugsicherungsorganisation befinden." Als Positivbeispiel nannte er die USA. Die von der EU-Kommission gestartete Initiative "Single European Sky" sei richtig, stoße aber in der Praxis auf Schwierigkeiten. So sei die deutsche Flugsicherung als GmbH organisiert, Frankreich habe dagegen eine Behörde.

Scheurle kritisierte auch, dass die EU-Kommission von allen europäischen Flugsicherungen eine Kostensenkung um zehn Prozent in vier Jahren verlangt. "Von pauschal von Brüssel verordneten Kostensenkungen halte ich wenig", sagte er. "Besser ist eine nationale Regulierung und eine engere Kooperation der europäischen Flugsicherungen untereinander."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Deutsche Flugsicherung plant Zukauf in Großbritannien"

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  • Dumm nur, dass die Briten bereits letzte Woche verkündet haben, dass sie doch nichts verkaufen werden. Die Angst vor einem Einstieg der DFS hat die Regierung dazu bewogen, ihre 49% zu halten.
    Es ist schon peinlich, wenn der DFS-Aufsichtsratsvorsitzende und wahrscheinliche neue DFS-Chef dies nicht weiß, denn entsprechende Gerüchte gab es schon seit Mai.

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