Medienbericht
Douglas vor Verkauf an Finanzinvestor

Die Großaktionäre Müller und Oetker haben sich einem Medienbericht zufolge geeinigt. Die Parfümerie-Kette Douglas steht vor einem Verkauf an den Finanzinvestor Advent International. Der Plan der Gründerfamilie geht auf.
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In etwa 38 bis 40 Euro will der Finanzinvestor Advent International für jede Douglas-Aktie bezahlen, berichtet die Financial Times Deutschland („FTD“). Zuletzt notierte das Papier bei etwas unter 34 Euro. Mit dem Verkauf ginge das Vorhaben der Douglas-Gründerfamilie Kreke auf. Die hatte Anfang des Jahres angekündigt, mit Unterstützung eines externen Investors die Anteile von Drogeriemagnat Erwin Müller und dem Lebensmittel- und Logistikkonglomerat Oetker-Gruppe zu übernehmen.

Müller hält laut FTD derzeit 10,81 Prozent und hat über Optionen Zugriff auf weitere 15 Prozent. Oetker gehören 25,81 Prozent der Anteilsscheine. Der angestrebte Kaufpreis bewertet den Einzelhändler Douglas dem Bericht zufolge mit einem Gesamtwert von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro.

In den vergangenen Wochen hatte es geheißen, Advent strebe die Mehrheit bei Douglas an, da nur so eine schnelle Sanierung – insbesondere der Buch-Tochter Thalia – möglich sei. Aus eben diesem Grund hatte die Gründerfamilie Kreke angekündigt, ihren 12,7-prozentigen Anteil aufstocken und Douglas von der Börse nehmen zu wollen. Der geplante Börsenrückzug wurde allerdings später relativiert.

Advent hat bereits Handelsexpertise in Deutschland: So gehörte der Textildiscounter Takko zum Portfolio, auch den Schreibwarenhersteller Herlitz hat Advent saniert.

Dem Handelskonzern droht wegen hoher Kosten für die Sanierung seiner Buchhandelskette in diesem Jahr ein Verlust. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 hatte Douglas einen Fehlbetrag von 9,8 Millionen Euro nach einem Gewinn von 3,4 Millionen Euro vor Jahresfrist verbucht. Das vor drei Wochen vermeldete Minus fiel höher aus als von Analysten erwartet.

Konzernchef Henning Kreke hat die Anteilseigner bereits darauf eingestimmt, dass sie für das im September endende Geschäftsjahr wohl keine Dividende erhalten werden. Douglas hatte zuletzt im Rumpfgeschäftsjahr 2003 einen Verlust geschrieben. Im dritten Quartal 2011/12 fuhr der Konzern mit seinen Parfümerien, Süßwarenläden, Schmuckgeschäften und Buchhandlungen einen Umsatz von 746,5 (Vorjahr: 742,6) Millionen Euro ein und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Thalia kämpft mit sinkenden Umsätzen, diese gaben um 4,5 Prozent auf 176,5 Millionen Euro nach.

Mit Material von Reuters.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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