Medienbericht
Grubes Zukunft wackelt wegen Pofalla

Der Vertrag von Bahn-Chef Grube soll offenbar nicht vorzeitig verlängert werden, heißt es in einem Medienbericht. Demnach ist ein Grund dafür das Ringen um Ronald Pofalla.
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München/Berlin/HamburgBahn-Chef Rüdiger Grube kann einem Medienbericht zufolge derzeit nicht darauf hoffen, dass sein 2017 auslaufender Vertrag vorzeitig verlängert wird. Dies sei „extrem unwahrscheinlich“, zitiert der „Spiegel“ in einem Vorabbericht vom Sonntag Kreise der Regierung und des Bahn-Aufsichtsrats. Erklärt werde die Zurückhaltung vor allem mit dem ungeschickten Vorgehen des Bahn-Chefs bei dem Versuch, Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) als Lobbyisten in den Bahnvorstand zu holen, heißt es in dem Bericht.

Dem Magazin „Focus“ zufolge soll nun eine Ämter-Rochade an der Bahn-Spitze den Posten für Pofalla sichern: Dazu solle sich Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht Ende März zurückziehen und Platz für einen SPD-nahen Nachfolger machen. Im Gegenzug dafür könne Grube dann den Personalvorschlag Pofalla durchbringen, berichtete das Magazin am Samstag vorab.

Der CDU-Politiker solle im Sommer zunächst den niedriger dotierten Job des politischen Beauftragten von Bahn-Cheflobbyist Georg Brunnhuber übernehmen, dessen Vertrag am 31. März ende. 2016 könnte Pofalla laut „Focus“ dann für den Vorstand nominiert werden, um dort im März 2017 neben den Bereichen Politik auch Aufgaben im Bereich Compliance, Datenschutz und Recht zu übernehmen. Der Vertrag des dafür bisher zuständigen Bahnvorstands Gerd Becht läuft demnach Ende Februar 2017 aus.

Unterdessen muss die Bahn einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge ihre Gewinnprognose nach unten korrigieren: Grube rechne in diesem Jahr wegen der lahmenden Konjunktur in Europa mit einem Umsatz von nur noch 41,5 Milliarden Euro statt den bislang erwarteten 45,4 Milliarden Euro, berichtete das Magazin am Wochenende vorab unter Berufung auf die ihr vorliegende Budgetplanung für 2014. Den erwarteten Gewinn nach Abzug von Zinsen und vor Steuern habe der Bahn-Chef sogar um knapp die Hälfte reduziert – von 2,4 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro. Damit würde die Bahn 2014 etwa so viel Umsatz und Gewinn erreichen wie 2013.

Eine Ursache für die kassierten Ziele sei die schwache europäische Konjunktur, die vor allem die Speditionstochter Schenker und die Schienennetz-Sparte treffe. Ein Teil der Belastungen habe sich auch durch zusätzliche Personalausgaben nach Engpässen in den Stellwerken im vergangenen Jahr ergeben. Ein Bahn-Sprecher wollte den Bericht am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht kommentieren.

Zu den möglichen personellen Überlegungen wollte die Bahn am Samstag ebenfalls keine Stellung nehmen. Am 9. Januar hatte Regierungssprecher Steffen Seibert einen ähnlichen Bericht dementiert. Das Bundesverkehrsministerium teilte seinerzeit mit: „Aus unserer Sicht ist Herr Felcht der richtige Aufsichtsratsvorsitzende.“

Anfang Januar waren die Wechselabsichten Pofallas publik geworden und auf scharfe Kritik gestoßen. Die schwarz-rote Koalition will den Zeitabstand bei einem Wechsel ausgeschiedener Bundesminister in die Wirtschaft nun per Gesetz regeln.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Grubes Zukunft wackelt wegen Pofalla"

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  • Muss es nicht "Gewinn vor Abzug von Zinsen und Steuern" lauten?

  • Stuttgart 21, ENBW, Pofalla, ADAC ... das Maß ist voll !!!

  • Manus manum lavat
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    ■ Grube hofft, dass sein Vertrag vorab verlängert wird.
    ■ Die SPD hofft, ihr Mann bekommt einen "Schonposten".
    ■ Pofalla hofft auf einen Aufsichtsratsposten.

    Dem Magazin „Focus“ zufolge soll nun eine Ämter-Rochade an der Bahn-Spitze den Posten für Pofalla sichern: Dazu solle sich Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht Ende März zurückziehen und Platz für einen SPD-nahen Nachfolger machen. Im Gegenzug dafür könne Grube dann den Personalvorschlag Pofalla durchbringen, berichtete das Magazin am Samstag vorab.

    Ist der Staatsbetrieb Bahn jetzt das neue Abstellgleis für abgehalfterte Politiker aller Parteien?

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