Medienbericht Lufthansa wegen giftiger Dämpfe in Erklärungsnot

Ein TV-Magazin wirft der Lufthansa vor, nicht alle Vorfälle mit möglicherweise giftigen Dämpfen zu melden. Auch die Kabinengewerkschaft Ufo macht nun Druck auf die Fluggesellschaft. Die weißt die Vorwürfe zurück.
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Blick in die Economy-Class eines Lufthansa-Airbusses A300-600: Angeblich gab es mindestens 125 verdächtige Fälle mit giftigen Dämpfen bei der Lufthansa, gemeldet wurden nur 29. Quelle: dpa

Blick in die Economy-Class eines Lufthansa-Airbusses A300-600: Angeblich gab es mindestens 125 verdächtige Fälle mit giftigen Dämpfen bei der Lufthansa, gemeldet wurden nur 29.

(Foto: dpa)

Köln/FrankfurtGiftige Öldämpfe oder nur der Nagellack der Sitznachbarin? Das TV-Magazin „Monitor“ wirft der Lufthansa vor, nicht alle relevanten Vorfälle an Bord ihrer Maschinen an die Sicherheitsbehörden weiterzuleiten. Nach internen Unterlagen der Airline habe es in den Jahren 2012 und 2013 allein an Bord der Airbus-Jets vom Typ A 380 mindestens 125 Vorfälle mit möglicherweise giftigen Dämpfen gegeben, berichtet das ARD-Magazin. Davon seien nur 29 an das Luftfahrtbundesamt und die Bundesstelle für Flugsicherheit weitergegeben worden.

Man habe sich bei der Weitergabe streng an die Vorgaben der Kontrollbehörden gehalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag in Frankfurt. Die übrigen Fälle hätten nicht den gesetzlich festgelegten Meldekriterien entsprochen.

Die Vielzahl der von den Besatzungen gemeldeten Vorfälle sei auch darauf zurückzuführen, dass Lufthansa die Mitarbeiter zu Hinweisen ermutigt habe, um die Ursache zu finden. Das Phänomen werde auch wissenschaftlich untersucht. In der von Monitor genannten Zahl seien zudem Mehrfachnennungen einzelner Flüge enthalten.

Das kann die neue Klasse der Lufthansa
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Jahrelange wurde bei der Lufthansa über die Einführung einer neuen Sitzklasse diskutiert, bis eine Entscheidung fiel. Auf der Touristikmesse ITB in Berlin wurde die Premium Economy jetzt präsentiert. Als erstes werden in der Langstreckenflotte der Lufthansa die Boeing 747-800 (im Bild eine Maschine auf der Internationalen Luftfahrtstellung in Berlin 2012) umgerüstet. Die neue Klasse ist ab Mai buchbar, die ersten Flieger sollen ab November 2014 abheben.

Lufthansa
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Viele Konkurrenten wie Air France oder British Airways haben die neue Sitzklasse zwischen Economy und Business teilweise schon vor Jahrzehnten eingeführt. Die Lufthansa befürchtete hingegen, dass zu viele Geschäftsreisende auf die billigere „Premium Eco“ umsteigen würde, die bequemer ist als die normale Economy. Doch mittlerweile passt die Klasse für die Lufthanseaten dazwischen.

Premium Economy Class A340 Cabin View 2
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Zum einen verbessert die Lufthansa gerade ihre Business-Klasse, zum anderen dürfen in den letzten Jahren immer weniger Geschäftsreisende aufgrund von Reiserichtlinien die Business buchen. Die Lufthansa wolle jetzt diese „Kunden zurückgewinnen“, sagte Bereichsvorstand Jens Bischof der „Süddeutschen Zeitung“. Außerdem will die Airline mit der neuen Klasse einen Schritt in Richtung des Fünf-Sterne-Rankings machen, das sie anstrebt. Hier ein Blick in die Musterkabine der Boeing 747-8.

Premium Economy Class Cabin view
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Bereits im Sommer 2015 soll die gesamte Langstreckenflotte der Lufthansa umgerüstet sein. Dann geht die Airline auf rund zwei Dritteln der Flüge mit vier Klassen an den Start. Auf den restlichen Verbindungen fehlt mangels Nachfrage die First Class. „Wir rechnen mit über 1,5 Millionen Fluggästen pro Jahr in unserer neuen Premium Economy Class“, sagt Bereichsvorstand Bischof.

Premium Economy Class pouch
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Durch die neue Bestuhlung geht der Lufthansa Platz verloren – in einer Boeing 747-8 sitzen in einer Reihe der „Premium Eco“ nur acht Passagiere, in der normalen Economy-Klasse sind es zehn. Dafür nimmt die Airline Aufschläge: Die Preise sollen nach Unternehmensangaben aber näher an der Economy- als an der Business-Klasse liegen. Auf einem Flug über den Atlantik oder nach Asien beträgt der Aufschlag laut Lufthansa rund 600 Euro (Hin- und Rückflug).

Premium Economy Class window view
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Die Premium Economy will vor allem mit mehr Platz punkten. Der Sitzabstand beträgt 96,5 Zentimeter – das sind knapp 18 Zentimeter mehr als der Industriestandard. Auch in der Breite verspricht die Lufthansa mehr „Freiraum“...

Premium Economy Double Seat front view
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Mit dem Nebensitzer muss der Passagier in der Economy Plus sich nicht länger eine Armlehne teilen, dort gibt es zwei in der Mittelkonsole. Außerdem sind die Sessel bis zu drei Zentimeter breiter als in der Economy. Die Kopfstütze ist an den Seiten klappbar.

Die Kabinengewerkschaft Ufo kritisierte die Lufthansa-Praxis. Nach seiner Einschätzung hätten weit mehr Vorfälle gemeldet werden müssen, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Allein in 65 Fällen hätten Kollegen gesundheitliche Symptome gezeigt. Diese Zahl nannte der Lufthansa-Sprecher nicht nachvollziehbar. Selbst in den Meldefällen sei meistens vermerkt, dass weder Crew-Mitglieder noch Passagiere in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Medienbericht: Lufthansa wegen giftiger Dämpfe in Erklärungsnot"

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  • Ich war die letzten Jahre viel unterwegs (nicht nur mit Lufthansa). Ich würde sagen, dass es in bestimmt jedem 5. Flug beim zurückstoßen aus der Warteposition ordentlich stinkt (was im Artikel wohl mit Nagellackentferner gemeint ist). Es riecht zumindest in diese Richtung allerdings noch mit einem Schuß Dieselabgas, also etwas herber...

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