Medienbericht
Tui will Reisesparten enger zusammenführen

Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui plant laut Medienberichten eine Kaufofferte für das Mitteleuropa-Geschäft seiner Tochtergesellschaft Tui Travel. Der Konzern will die beiden Reisesparten stärker integrieren.
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LondonDie Tui bereitet offenbar ein Gebot für das Mitteleuropa-Geschäft von Tui Travel vor. Europas größter Reiseveranstalter will die beiden Gesellschaften stärker integrieren. Eine vollständige Übernahme sei vorerst aber nicht geplant, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Tui denke daran, die Tui-Travel-Aktivitäten in ihre Sparten Hotel und Kreuzfahrten zu integrieren, sagten die Personen weiter. Ein Kauf der mitteleuropäischen Bereiche von Tui Travel sei dem Kauf jener 44 Prozent an Tui Travel vorzuziehen, welche die Hannoveraner Zentrale noch nicht besitzt, sagten die Personen.

Es sei die günstigere, mit geringeren Finanzierungsrisiken behaftete und mit geringerem Stellenabbau verbundene Alternative. Die angedachte Transaktion betrifft unter anderem das Tui-Travel-Geschäft in Deutschland, Österreich und Polen.

Michael Frenzel, der im Februar nach 18 Jahren an der Spitze des Konzerns abtritt, hat die Gesellschaft auf das Touristikgeschäft konzentriert und etwa das Reedereigeschäft zum Verkauf gestellt. Aktionäre wie der russische Milliardär Alexey Mordaschow drängen laut den Analysten von Morgan Stanley auf eine Änderung des Unternehmenszuschnitts. Der Börsenwert von Tui ist auf weniger als die Hälfte von Tui Travel gesunken.

"Die Struktur von Tui und Tui Travel erscheint nicht dauerhaft tragbar. Eine Veränderung in den nächsten zwölf Monaten wird immer wahrscheinlicher", schrieben die Analysten, darunter Jamie Rollo, in einem Bericht. Kaufe Tui Teile von Tui Travel, so sei dies ein "machbarer Kompromiss, von dem beide Parteien etwas haben", erläuterten die Analysten.

Das Geschäft in Mitteleuropa habe 2011 einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 120 Millionen Euro erreicht, schätzen die Analysten. Bezogen auf den Umsatz ist das etwa ein Drittel von Tui Travel. Ein komplettes Übernahmegebot sei nicht ausgeschlossen, sagten die Personen weiter. Eine endgültige Entscheidung werde aber nicht getroffen, bevor der neue Vorstandschef Friedrich Joussen im Oktober sein Amt antrete.

Ob die von Tui bevorzugte Option umgesetzt wird, dürfte davon abhängen, ob Mordaschow, der norwegische Milliardär John Fredriksen und Joussen sich dafür aussprechen, sagten die Personen. Mordaschow hält als größter Aktionär etwa, 25 Prozent, Fredriksen rund 15 Prozent.

Der aktuelle Börsenwert von Tui liegt bei rund 1,36 Milliarden Euro. Tui Travel hat einen aktuellen Börsenwert von rund 2,22 Milliarden Pfund (2,8 Milliarden Euro). Die Tui verfüge über rund 1,2 Milliarden Euro an Barmitteln, die zum Kauf der Teile von Tui Travel eingesetzt werden könnten, sagten die Personen.

Tui Travel entstand 2007, als die Tui das Touristikgeschäft mit First Choice Holidays zusammenführte. Im vergangenen Jahr verschob der Tui-Konzern einen Börsengang der Reedereisparte Hapag-Lloyd .

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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