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Eon-Chef will Netz AG gründen

Eon -Vorstandschef Wulf Bernotat will der Bundesregierung in den nächsten Wochen Vorschläge für die weitere Zukunft der Stromnetze in Deutschland unterbreiten. Unter anderem plant er eine neue Gesellschaft zu gründen. Wer daran beteiligt sein soll, sagte er aber nicht.

HB DÜSSELDORF. Zu den Vorschlägen gehöre auch die Gründung einer Netz AG, an der sich verschiedene Investoren beteiligen könnten, erläuterte Bernotat im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Damit bleibe "die für die Versorgungssicherheit äußerst wichtige Infrastruktur zumindest im Einflussbereich der Regierung".

Wie das Blatt weiter berichtet, hat Bernotat erst vor drei Wochen Kontakt zu EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes aufgenommen. Sie habe ihm den Vorschlag unterbreitet, die Kartellverfahren im Strombereich nicht weiterzuverfolgen, falls Eon im Gegenzug bereit wäre, sich von Stromnetzen und Kraftwerken zu trennen. Details des überraschenden Deals seien dann zwischen den beiden in den vergangenen Wochen telefonisch ausgehandelt worden.

"Ich bin weit davon entfernt, zu sagen, das war ein genialer Befreiungsschlag", sagte Bernotat dem "Spiegel". Es sei aber "unter den gegebenen Umständen" das Beste gewesen, "was wir erreichen konnten". Die Bundesregierung hatte Berichte über eine mögliche Veräußerung der Übertragungsnetze von Eon zurückhaltend zur Kenntnis genommen. Man respektiere die unternehmerische Position von Eon, die Regierung vertrete aber eine dezidiert andere politische Haltung und werde auch weiterhin gegen die Entflechtungspläne der EU-Kommission vorgehen, hatte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg erklärt.

Der Betrieb von Stromnetzen in Deutschland lohne sich kaum noch, sagte Bernotat in dem Interview. So müsse sein Konzern in den nächsten Jahren rund zwei Milliarden Euro für den Anschluss von Windparks in die Netze investieren. Die maximale Rendite für diese Investitionen habe die Bundesnetzagentur auf bis zu 3,6 Prozent festgelegt. "Das ist lächerlich und würde bei Neuinvestitionen sofort zu hohen Wertberichtigungen in der Bilanz führen".

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