Mehdorn stand wegen der Börsenpläne monatelang unter Kritik
Bahn-Aufsichtsrat gibt Mehdorn Rückhalt

Nach dem Aus für einen schnellen Börsengang hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn dem Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ganz klar den Rücken gestärkt. Statt wie ursprünglich gedacht 2006 an die Börse zu gehen, plant die Bahn nun für 2008 den IPO.

HB BERLIN. Das Kontrollgremium des bundeseigenen Verkehrskonzerns versicherte dem Vorstand am Donnerstag in einer Sondersitzung in Berlin ausdrücklich seine Unterstützung. Am Ziel, in diesem Jahr erstmals aus eigener Kraft schwarze Zahlen zu schreiben, hält die Bahn fest.

Die Sondersitzung war noch vor der Entscheidung, den Börsengang zu verschieben, von der Gewerkschaft Transnet beantragt worden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Tui-Chef Michael Frenzel, erklärte nach dem Treffen: „Wir unterstützen ausdrücklich den konsequenten Kurs des Vorstands unter Hartmut Mehdorn, das Unternehmen wie geplant in die Gewinnzone zu führen und zu einem wirtschaftlich orientierten Dienstleistungsunternehmen zu machen.“

Wegen der Börsenpläne hatte Mehdorn über Monate hinweg in der Kritik gestanden. Nach der Entscheidung vor zwei Wochen, den Börsengang zu verschieben, wurde auch über seine vorzeitige Ablösung spekuliert. In der Zwischenzeit haben sich die Wogen geglättet. Auch der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Transnet-Chef Norbert Hansen, betonte, dass es an Mehdorn keine neue Kritik gegeben habe. Eine solche „Vertrauenskrise“ wie in den vergangenen Wochen dürfe sich aber nicht wiederholen, sagte Hansen.

Mehdorn versicherte in der Sitzung, dass die Bahn noch in diesem Jahr „erstmals ein aus eigener Kraft erzieltes, deutlich positives Ergebnis“ schreiben werde. Auf konkrete Zahlen legte sich der Bahnchef nicht fest. Umsatz und Verkehrsleistung lagen nach seinen Angaben bis Ende August über dem Vorjahr und über den Planzahlen. Der September sei sogar der „Monat mit dem besten Umsatz in der Geschichte der Bahn“ gewesen.

Beim Betriebsergebnis blieb die Bahn jedoch hinter den Erwartungen zurück. Mehdorn begründete dies mit Problemen im Personenfernverkehr und im Güterverkehr. Konkrete Zahlen zum Geschäft in den ersten neun Monaten nannte die Bahn nicht. Im ersten Halbjahr hatte der Verkehrskonzern, der noch zu 100 Prozent dem Bund gehört, noch 62 Millionen Euro Verlust gemacht.

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