Mehdorn: „Wir sind fit“
Bahn-Börsengang frühestens Ende 2007

Der Börsengang der Deutschen Bahn kann nach den Worten von Unternehmenschef Hartmut Mehdorn günstigstenfalls für Ende 2007 ins Auge gefasst werden. Die Auseinandersetzungen über mögliche Versuche der Einflussnahme auf die politische Entscheidung über einen Börsengang nehmen derweil an Schärfe zu.

HB BERLIN. Vorausgesetzt, die Bahn werde mit dem Schienennetz an die Börse gebracht und die Politik würde im Herbst ihr grünes Licht geben, könne das Unternehmen zwölf bis 16 Monate später an der Börse starten, sagte Mehdorn am Freitag in Berlin. „Wir sind fit“, sagte er. Die Entwicklung des Unternehmens verlaufe besser als geplant. Käme es allerdings zu einer Abspaltung von Teilen der Bahn, insbesondere des Schienennetzes, könne es bis zum Börsengang noch fünf Jahre dauern.

Bislang hat die Politik keine Entscheidung über den Zeitpunkt des Starts an der Börse gefällt. Zudem hat sie sich nicht darauf einigen können, in welcher Form die größte verbliebene Beteiligung des Bundes privatisiert wird. Bei einer Experten-Anhörung im Bundestag hatte die SPD kürzlich eine Verschiebung der Entscheidung über den Bahn-Börsengang ins Spiel gebracht, die bislang für Herbst ins Auge gefasst worden war.

Die positive Entwicklung des Unternehmen hat sich nach Mehdorns Worten auch im ersten Quartal 2006 fortgesetzt. Er habe den Eindruck, dass die Bahn wegen der hohen Ölpreise zusätzliche Zuwächse bei den Passagierzahlen verzeichne. „Wie befördern mehr Passagiere und Fracht als jemals zuvor“, sagte er. Er rechne daher mit einem weiteren Wachstum in diesem Jahr.

Mehdorn trat Positionen von Experten und Fachleuten im Bundestag entgegen, die sich für eine Abtrennung des Schienennetzes vom Bahn-Betrieb stark gemacht hatten. „Wir sehen die Dinge anders“, sagte er mit Blick auf die Expertenanhörung in dieser Woche im Bundestag. Er räumte allerdings ein, dass ein Börsengang auch ohne das Schienennetz möglich wäre, allerdings mit einer deutlichen zeitlichen Verschiebung nach hinten. „Alles ist möglich“, erklärte er. Generell sei der Börsengang die logische Fortsetzung der eingeleiteten Entwicklung.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatte in der vergangenen Woche erstmals von der Möglichkeit eines Börsenganges der Bahn mit Schienennetz gesprochen. Im Verkehrsausschuss des Bundestages zeichnet sich dagegen seit längerem eine Mehrheit für eine Trennung von Netz und Betrieb ab.

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