Mehr Auswahl bei Softdrinks
Coca-Cola gibt in Europa nach

Coca-Cola darf Einzelhändlerrabatte auf Verkaufsrenner nicht mehr mit der Abnahme schwächer laufender Marken verknüpfen, entschied die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Der US-Getränkeriese lässt seinen Konkurrenten nun mehr Spielraum. Die Verbraucher werden dadurch wohl auch eine größere Auswahl bei Softdrinks haben.

HB BRÜSSEL/ATLANTA. „Wir begrüßen die heutige Entscheidung, die den Abschluss einer sechsjährigen Untersuchung darstellt“, erklärte Coca-Cola-Konzernchef Neville Isdell. „Wir haben jetzt Klarheit im Hinblick auf die Anwendung europäischer Wettbewerbsregeln auf unsere kommerziellen Praktiken im europäischen Wirtschaftsraum.“ EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, der Beschluss komme dem europäischen Verbraucher zu Gute, auch bei den Preisen. Die Abmachung gilt bis Ende 2010.

Von Coca-Cola aufgestellte Kühleinrichtungen in kleineren Verkaufsstellen sollen für Produkte anderer Hersteller geöffnet werden. Gewerbliche Kunden des Konzerns können auch andere Anbieter wählen. Ausnahmen gelten, falls Coca-Cola sich bei einer öffentlichen Ausschreibung durchsetzte, beispielsweise bei Behörden. Auch Ziel- und Wachstumsrabatte, mit denen Einzelhändler für konstante oder steigende Bestellungen belohnt werden, fallen weg. Einbezogen sind drei europäische Hauptabfüller, darunter die deutsche Coca-Cola Erfrischungsgetränke.

Der Getränkeriese mit den Marken „Coca-Cola“, „Fanta“ oder „Sprite“ wendet mit der Vereinbarung ein drohendes Brüsseler Kartellverfahren wegen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung ab. Das Unternehmen hat laut Kommission in den meisten EU-Ländern sehr hohe Marktanteile. EU-Ermittler hatten in den Jahren 1999 und 2000 in mehreren europäischen Ländern Abfüller und Tochtergesellschaften durchsucht, darunter auch in Deutschland. Eine vorläufige Einigung war bereits im Oktober 2004 angekündigt worden.

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