Mehr Flexibilität durch Jahresarbeitszeitkonten
Karstadt-Mitarbeiter sollen länger arbeiten

Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern will dem Beispiel von Siemens folgen. Die 47 000 Mitarbeiter in den Waren- und Sporthäusern sollen künftig ohne Lohnausgleich länger arbeiten, um so einen möglichst großen Teil des geplanten Abbaus von 4 000 Stellen zu vermeiden.

HB DÜSSELDORF. Ein Konzernsprecher sagte am Donnerstag, Warenhaus-Chef Helmut Merkel habe den Arbeitnehmervertretern erklärt, dass eine Wochenarbeitszeit von 40 bis 42 Stunden notwendig sei. Er bestätigte damit einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Derzeit arbeiten die Mitarbeiter in den Waren- und Sporthäusern zwischen 37 und 38 Stunden pro Woche.

Die Gespräche mit der Arbeitnehmerseite sollten noch in diesem Monat beginnen, sagte der Sprecher. Die Erhöhung der Wochenarbeitszeit sei aber nur ein Weg, um den notwendigen Stellenabbau zu mindern, hob er hervor. „Hauptziel ist es, über Jahresarbeitszeitkonten mehr Flexibilität in die Arbeitszeitplanung zu bekommen.“ So könne zu besucherschwachen Zeiten wie etwa im Februar die durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden sinken, während sie in der Weihnachtszeit auch einmal über 40 Stunden liegen könne.

Insgesamt beschäftigt die Karstadt Warenhaus AG derzeit 47 000 Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen sind es 37 500 Arbeitsplätze. Angesichts anhaltender Umsatzrückgänge hatte der neue Konzernchef Christoph Achenbach Anfang Juli einen verschärften Sparkurs angekündigt. Wesentlicher Bestandteil ist das Ziel, bis Ende 2006 in den 180 Warenhäusern und 32 Sporthäusern rund 4 000 Vollzeitstellen abzubauen. Dadurch will das Essener Unternehmen jährlich 145 Mill. Euro einsparen.

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