Mehr Geld für teure Reisen
Tourismusbranche steuert Rekordjahr an

Die Deutschen lassen sich ihre Reisen einiges kosten. Auch in diesem Jahr ist die Branche optimistisch – besonders, weil wieder Geld für teurere Urlaube da ist. An den Boom in Asien kommt Deutschland aber nicht heran.
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BerlinAnhaltende Reiselust und gefüllte Urlaubskassen lassen die deutsche Tourismusbranche für dieses Jahr von neuen Rekorden träumen. „Die Deutschen sitzen auf gepackten Koffern“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Jürgen Büchy, am Dienstag vor der Reisemesse ITB in Berlin. Dem Bundesverband der Tourismuswirtschaft (BTW) zufolge rechnet die Branche für 2014 mit einem Wachstum zwischen 1,5 und 2 Prozent.

Der Tourismus bleibe eine einmalige Erfolgsgeschichte, sagte BTW-Präsident Michael Frenzel. Gedämpft werde die Euphorie aber von den weiter unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa. Mit der Dynamik der neuen Märkte in China, Indien und Russland könne Deutschland derzeit nicht mithalten. Daher blieben die Prognosen auch deutlich unter denen der Welttourismus-Organisation (UNWTO), die bei weltweiten Touristenankünften ein Plus von bis zu 4,5 Prozent erwartet.

Die bisherigen Buchungen zeigten, dass die Deutschen mehr Geld für ihren Urlaub ausgeben wollten, sagte Büchy. „Die Bundesbürger buchen ihren Sommerurlaub sehr frühzeitig und sie fragen zunehmend besonders hochwertige Reiseangebote im oberen Preissegment nach.“ Das habe den Reiseveranstaltern schon jetzt Umsatzzuwächse im oberen einstelligen Prozentbereich gebracht. Weil auch die Wintersaison gut lief, gehen Veranstalter und Reisebüros für 2014 von einem Wachstum zwischen zwei und vier Prozent aus.

Unter den Urlaubszielen liegen weiter die Mittelmeerländer im Kurs. Die Nachfrage für die Balearen, Griechenland, Tunesien und die Türkei sei hoch. Das von der Wirtschaftskrise gezeichnete Griechenland habe das Comeback geschafft, sagte Büchy. Bei den Fernstrecken legten die Arabischen Emirate und die karibischen Inseln zu. Zurückhaltend seien die Deutschen dagegen wegen der Unruhen weiter bei Ägypten. Auch die Buchungen für Bulgarien und Italien ließen nach.

Erst 2013 hatten die Bundesbürger den Reiseveranstaltern und -büros zu Bestmarken verholfen. Rund 40 Millionen professionell organisierte Reisen wurden verkauft. Mehr als zwei Drittel der Urlaube gingen ins Ausland. Doch auch der Deutschlandtourismus verzeichnete laut BTW mit 410,8 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr einen Rekord.

Die Internationale Tourismus-Börse (ITB), die an diesem Mittwoch zunächst für Fachbesucher öffnet, gilt als Konjunkturbarometer. Die Branche will die Messe auch für politische Forderungen nutzen. Frenzel kritisierte Steuernachforderungen für Reiseveranstalter, die Hotelzimmer angemietet hätten. Auch die PKW-Maut für Ausländer müsse endgültig ad acta gelegt werden. Nach BTW-Zahlen trägt der Tourismus 4,4 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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