Mehr Passagiere Billigflieger gewinnen in der Krise

Ryanair setzt zum Höhenflug an. Die Billigflieger profitieren von der anhaltenden Rezession. Nach Easyjet sagen nun auch auch die Iren einen deutlichen Gewinn für das Geschäftsjahr voraus. Die Airline profitiert von den niedrigen Energiepreisen.
Ryanair-Chef Michael O'Leary profitiert von der Wirtschaftskrise. Foto: dpa Quelle: dpa

Ryanair-Chef Michael O'Leary profitiert von der Wirtschaftskrise. Foto: dpa

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LONDON. „Wir brauchen eine richtig harte Rezession“, – so provozierte Ryanair-Chef Michael O’Leary vor ziemlich genau einem Jahr. Der Wunsch hat sich erfüllt, und die Prognose des streitbaren Iren auch: Ryanair ist ein Krisengewinner. Während sich viele große Fluggesellschaften auf rote Zahlen einrichten, rechnet Ryanair mit einem Gewinn im Geschäftsjahr zum 31. März 2009. Den erwartet zwar auch Easyjet. Doch während der britische Konkurrent das Wachstumstempo drosselt, gibt Ryanair weiter vollen Schub.

Die Zahlen könnten sogar noch besser sein, wenn sich O’Leary nicht so hartnäckig um den Kauf von Aer Lingus bemüht hätte. Als „enttäuschend, aber im Rahmen der Erwartungen“ bezeichnete O’Leary das Ergebnis für das Quartal zum 31. Dezember, das dritte des Geschäftsjahres 2008/09. Ryanair steigerte die Passagierzahlen um 13 Prozent auf 14 Millionen. Der durchschnittliche Ticketpreis fiel um neun Prozent auf 34 Euro, so dass der Umsatz nur um sechs Prozent auf 605 Mio. Euro stieg. Vor allem der kräftige Anstieg der Treibstoffkosten drückte das Nettoergebnis jedoch auf ein Minus von 119 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Ryanair noch einen Gewinn von 47 Mio. Euro eingefahren.

Der Ausblick für das vierte Quartal hat sich nach O’Learys Worten etwas verbessert. Die niedrigeren Treibstoffkosten sollten den Verlust kleiner ausfallen lassen als bisher erwartet, so dass für das Gesamtjahr ein Gewinn von 50 bis 80 Mio. Euro vor Sonderposten zu erwarten sei. Bisher hatte Ryanair nur vorausgesagt, die Gewinnschwelle zu erreichen. Im folgenden Geschäftsjahr werde der Gewinn steigen, denn Ryanair habe sich durch Hedging-Geschäfte dauerhaft niedrige Kerosinpreise gesichert. „Je länger und tiefer diese Rezession ist, desto besser für die Anbieter mit den niedrigsten Preisen“, sagte O’Leary und verglich Ryanair mit Aldi, Lidl und McDonald’s. Er sieht Ryanair als vierte große Fluggesellschaft neben Air France/KLM, Lufthansa und British Airways aus der Krise hervorgehen.

Hauptkonkurrent Easyjet bremst hingegen – auch auf Drängen des Gründers Stelios Haji-Ioannou – die Expansion. So ist nun unklar, ob die geplante Aufstockung der Flotte von jetzt 170 auf 197 Airbus-Jets bis 2011 tatsächlich stattfindet. Dabei sieht das Easyjet-Management die kurzfristige Entwicklung ähnlich optimistisch: Vorstandschef Andy Harrison bekräftigte die Erwartung auf einen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr, das am 30. September 2009 endet. Es sei aber noch zu früh, um die Prognosen anzuheben, sagte er, als er am 22. Januar die Quartalszahlen bekanntgab. In den drei Monaten zum 31. Dezember steigerte Easyjet den Umsatz um 32 Prozent auf 550 Mio. Pfund (609 Mio. Euro), während die Passagierzahl um zehn Prozent auf zehn Millionen stieg. Angaben zum Gewinn machte Easyjet nicht.

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