Mehr Umsätzen zum trotz
Zalando bleibt weiter im roten Bereich

35 Prozent mehr Umsatz, aber trotzdem kein Gewinn: Schwarze Zahlen lassen bei Zalando weiter auf sich warten. Dass es der Online-Modehändler im Gesamtjahr schafft, ist längst nicht sicher.
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FrankfurtDer mögliche Börsenkandidat Zalando wird voraussichtlich auch 2014 nicht aus den roten Zahlen kommen. Der Online-Händler, der massiv in seine Expansion investiert, werde die operative Gewinnschwelle (Ebit) 2014 „wahrscheinlich nicht ganz erreichen“, räumte Vorstandsmitglied Rubin Ritter am Freitag ein. Immerhin habe sich im ersten Quartal die Ebit-Marge verbessert, doch bleibe sie weiterhin „negativ“.

Genaue Zahlen nannte Zalando nicht. Unter anderem werde das erste Quartal traditionell durch den Abverkauf von Winterware mit Abschlägen belastet, sagte Ritter.

Beim Umsatz konnte Zalando indes weiter zulegen, die Erlöse stiegen um 35 Prozent auf 501 Millionen Euro. Das Umsatzwachstum blieb aber leicht hinter dem Vorquartal zurück. Zu Berichten über einen möglichen Börsengang sagte Ritter der Nachrichtenagentur Reuters nur, man werde sehen, was die Zukunft bringen werde.

Nach Informationen des Hamburger Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ will Zalando noch im dritten Quartal an die Börse gehen. Dies sei einem Treffen des Managements in Berlin entschieden worden, berichtete das Magazin am Mittwoch. Als Handelsplatz für den Börsengang sei die US-Technologiebörse Nasdaq im Gespräch. Als Konsortialbanken sind unter anderem die Schweizer Bank Crédit Suisse sowie die US-Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs vorgesehen.

Der mit rund 37 Prozent größte Investor Zalandos, die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, hatte dem Unternehmen zuletzt im Dezember einen Wert von 3,9 Milliarden Euro beigemessen. Im September waren es noch 3,7 Milliarden Euro gewesen.

Auf Anfrage von Handelsblatt Online gab Zalando am Mittwoch an, sich an den Spekulationen weder beteiligen, noch diese zu kommentieren zu wollen: „Wir fokussieren uns auf das, was für die Firma am besten ist – und das ist die Konzentration auf unsere Operations um ein langfristig und erfolgreiches Unternehmen aufzubauen“, erklärte ein Konzernsprecher. „Wir schauen uns ständig alle Optionen für die weitere Zukunft des Unternehmens an und diese beinhalten auch einen Börsengang“, hieß es weiter.

2013 setzte das Unternehmen knapp 1,8 Milliarden Euro um, 52 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit ist Zalando aber weniger schnell gewachsen als zuvor: Zwischen 2011 und 2012 hatten sich die Umsätze verdoppelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

Kommentare zu " Mehr Umsätzen zum trotz: Zalando bleibt weiter im roten Bereich"

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  • Trotz dieser miesen Zahlen findet doch Zalando Banken, die Zalando refinanzieren.
    Da hilft auch keine Aufsicht.

  • Keine Ladenmieten und geringe Personalkosten, denn Beratung gibt es natürlich keine. Das sind Wettbewerbsvorteile, die sich in vorteilhaften Angebotspreisen niederschlagen, wo Ladengeschäfte kaum gegenhalten können. Wenn Zalando trotzdem nicht nur vorübergehend, sondern bis heute durchgängig rote Zahlen schreibt, die also schon längst nicht mehr mit einer saisonalen Flaute oder mit jederzeit begründbaren Startschwierigkeiten entschuldigt werden können, muss sich doch jeder fragen, ob hier nicht der Tatbestand fortwährenden, systematischen Dumpings erfüllt ist, in dessen Folge durch unangemessen niedrige Preise der kapitalschwächere Präsenzhandel ausgehöhlt oder gar zerstört wird und die Innenstädte veröden. Um ein attraktives Warenangebot im realen - nicht im virtuellen - Shoppen zu finden, ist man mehr und mehr darauf angewiesen, in die Metropolen zu fahren, während Mittelstädte inzwischen von 1€-Shops und Billigketten dominiert werden. Es ist ein Teufelskreis in Gang gesetzt, der den Mittelstand zunehmend zum Internet-Einkauf zwingt, weil der Einkaufsbummel wegen mangelnden Warenangebots immer weniger lohnt, weil der Konsument immer mehr im Internet einkaufte, weshalb ...

    Das Internet revolutioniert die Einkaufsgewohnheiten und hat das auch schon über alles vernünftige Maß hinaus getan. Aber muss man es deshalb widerstandslos hinnehmen, dass ein Internetschuppen wie Zalando mit recht zweifelhaften Methoden die reale Einkaufswelt zerstört und sich für die Verlängerung dieses ohne Rücksicht auf Kosten und Verluste geführten Kreuzzugs noch zusätzliches Kapital über die Börse verschafft? Höchste Zeit für Wettbewerbshüter (und Börsenaufsicht), zumindest einen warnenden Zeigefinger zu heben, wenn nicht gar ein Machtwort zu sprechen!

    Aber wo ist der Kläger? Und wann wird dem Konsumenten endlich klar, dass es nicht im Geringsten ein Grund ist, vor Glück zu schreien, wenn der Postbote selbst bestellte Pakete bringt. Geschenkeauspacken - das gibt es nur zu Weihnachten.

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