Mehrheit bei Helvetic Airways
Martin Ebner hebt wieder ab

Der Schweizer Financier Martin Ebner ist neuer Mehrheitsaktionär der Billigfluglinie Helvetic Airways. Wie Ebner jetzt bekannt gab, hält die von ihm und seiner Frau Rosemarie kontrollierte Patinex AG „deutlich mehr als 50 Prozent“ der Anteile an Helvetic.

oli ZÜRICH. Zu den Konditionen, zu denen Ebner eingestiegen ist, machten weder er noch das Unternehmen, das keine Umsatz- und Ertragszahlen nennt, Angaben. Ebner, einst gefeierter Börsenstar, dann gefallener Beinahepleitier, strickt damit weiter an seinem neuen Netz aus Beteiligungen. Als drittgrößter Aktionär hat er bereits Einfluss beim Schweizer Unternehmen Saurer, dem Weltmarktführer für Textilmaschinen und Antriebssysteme. Darüber hinaus sind die Ebners über Patinex größter Aktionär beim Schweizer Rückversicherer Converium, wo sein Großeinstieg ein Kursfeuerwerk ausgelöst hatte.

Ebners ehemals eigene BZ-Bank, bei der er inzwischen nur noch Berater ist, hat den Kontakt zu Helvetic geknüpft. Die Bank steht nach einer tiefen Krise wieder solide da. Der Gewinn hat sich 2005 auf umgerechnet zwölf Mill. Euro knapp verdreifacht, die betreuten Kundenvermögen haben sich auf rund 2,2 Mrd. Euro erhöht.

Aus Ebners Frühzeit stammt die Beteiligungsgesellschaft Patinex. Er hat sie 1973 gegründet und im vergangenen Jahr aus einem Dornröschenschlaf geweckt, in dem sie scheinbar geschlummert hatte: Am 12. Dezember wurde sie von Ebners BZ Gruppe Holding übernommen und anschließend aus dem Handelsregister gelöscht. Der Name allerdings wurde an die BZ Gruppe weitergereicht. Die neue Patinex führt Ebner selbst als Verwaltungsratspräsident und vermeidet damit, immer in einem Atemzug mit der BZ-Bank genannt zu werden, die an den weniger erfolgreichen Teil seiner Vergangenheit erinnert.

Helvetic erhält unter Ebners Einfluss zwei Jahre Zeit, um auf einen grünen Zweig zu kommen. Die Führung des Unternehmens, das inzwischen nur noch mit vier Fokker-100 Maschinen Flughäfen in Italien, Spanien, auf dem Balkan sowie in London anfliegt, bleibt an Bord. Die Billig-Fluggesellschaft hatte seit der Gründung im Jahr 2003 ihre Kapazitäten um rund die Hälfte abbauen müssen. Das Konzept, Tickets zu Einheitspreisen zu verkaufen, gab Helvetic schnell auf. Ebner selbst gestand, dass Emotionen bei seiner Entscheidung eine Rolle spielten: Helvetic sei ihm vor einem Flug nach Zürich im Mai 2004 nicht bekannt gewesen, sagte der Financier. „Ich erwartete das Schlimmste und wurde von der Freundlichkeit des Personals überwältigt.“

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