Menschen der Tat (2): Markenschöpfer kreieren Welterfolge, indem sie das Vertrauen ihrer Kunden gewinnen
Gut geführte Marken überdauern Jahrhunderte

Sharpsburg/Pennsylvania Ende der 1860er Jahre: In der kleinen Stadt, die im Bürgerkrieg Schauplatz blutiger Kämpfe war, macht sich ein junger Mann mit 16 Jahren als Gemüsehändler selbstständig: Henry John Heinz (1844-1919) erkennt die Mechanismen erfolgreicher Markenführung.

Zehn Jahre lang verkauft er Meerrettich. Er füllt seine Ware in Gläsern ab, damit die Kunden die hohe Qualität des Produktes sehen können. Henry John Heinz (1844-1919) erkennt die Mechanismen erfolgreicher Markenführung: Konstant hohe Qualität verbunden mit der Identifizierung über einen Namen. Seine Strategie hat Erfolg und er nutzt den guten Namen bald, um Einmachobst und -gemüse in Dosen anzubieten. Er investiert in die Verbesserung von Konserven und neue Produktlinien. Noch heute sind „Heinz Baked Beans“ und der „Heinz Tomato Ketchup“ weltweit bekannt. Heinz, der besonderen Wert auf hohe hygienische Standards legte, war von der Vorbildlichkeit seiner Produktion so überzeugt, dass er Fabrikbesichtigungen anbot.

In Bielefeld erfand 1891 der Apotheker August Oetker (1862-1918) das Backpulver. Es wurde als „Backin“ zu einem bis heute währenden Verkaufserfolg. 1900 führte Oetker das rot-weiße Emblem des Kinderkopfes als Gütezeichen für alle Produkte des Unternehmens ein. Zu einer Zeit, da Marketing weder in Unternehmen noch in der Wissenschaft institutionalisiert war, bewies er also wie Heinz ein ausgeprägtes Verständnis für Markenetablierung und -führung. Doch sie waren bei weitem nicht die Einzigen.

In Dresden brachte 1893 August Lingner (1861-1916) ein antiseptisches Mundwasser auf den Markt. Zum Produkterfolg trugen nicht nur Qualität und Nutzen sowie der einprägsame Name bei – eine Zusammensetzung aus dem griechischen Wort für Zahn (Odous) und dem lateinischen Wort für Öl (Oleum). Die weiße Flasche mit dem Seitenhals und blauen Etikett ließ das neue Produkt darüber hinaus als Bildmarke wirken. Lingner machte auf das Thema Mundhygiene aufmerksam. So schuf er nahezu gleichzeitig Bewusstsein, Markt und Produkt. Das erreichte er durch die größte Werbekampagne seiner Zeit, er schaltete weltweit am gleichen Tag in allen großen Zeitungen Odol-Anzeigen.

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