Messegesellschaften
Frankfurter Messe trotzt der Krise

Die Frankfurter Messe zieht wieder an Düsseldorf vorbei und hofft auch 2009 mit einem Gewinn abzuschließen. Doch das laufende Jahr birgt für die Messegesellschaft etliche Risiken: Wichtige Branchen sparen am Messeauftritt und etliche potenzielle Aussteller verschwinden vom Markt.

FRANKFURT. Den deutschen Messegesellschaften stehen harte Zeiten bevor. Aussteller und Besucher sparen an den Messeausgaben. Die Messe Düsseldorf hat schon Verluste für das laufende Jahr angekündigt. Deutschlands Branchenprimus Messe Frankfurt hofft dagegen noch: "Auch 2009 will und wird die Messe Frankfurt in der Gewinnzone bleiben", sagte Messechef Michael von Zitzewitz und damit meint das Nettoergebnis. Damit wird die Frankfurter Messe die alte Rangordnung unter den deutschen Messen wieder herstellen, nachdem im vergangenen Jahr Düsseldorf wegen einiger Großveranstaltungen vorbeigezogen war.

Doch das Ziel der Hessen ist ambitioniert. Denn mit den Konsumgüter-, Automobil- und Textilbranchen melden ausgerechnet die Hauptkunden der Frankfurter Einbrüche. Unternehmen und potenzielle Aussteller drücken auf die Kostenbremse oder verschwinden vom Markt. Dies geht auch an den Messen nicht spurlos vorüber, räumt von Zitzewitz ein. "Auch Gastveranstaltungen wie die Automesse IAA sind von der Krise betroffen", bestätigt er. Die IAA im September werde wegen der schrumpfenden Wirtschaft deutlich kleiner ausfallen als zuletzt 2007.

Umsatzeinbrüche durch weniger vermietete Ausstellungsfläche schlagen bei den Messegesellschaften wegen der hohen Fixkosten direkt auf das Ergebnis durch. Der IAA-Veranstalter, der Automobilverband VDA, rechnet zur IAA 2009 zwar mit 700 Ausstellern, darunter aber nur 60 Autohersteller - knapp zehn Prozent weniger als zuletzt. Es fehlen nicht nur japanische Marken wie Nissan und Daihatsu, auch die General-Motors-Marken Cadillac und Chevrolet sind nicht mehr dabei.

Insgesamt wird nach bisheriger Rechnung mit 170 000 Quadratmetern fast ein Drittel weniger Fläche belegt als 2007. Ist eine solche "Schauveranstaltung" weniger attraktiv, kommen auch weniger Besucher. Das wiederum schlage sofort im Würstchenverkauf mit einigen Milliönchen zu Buche, wie von Zitzewitz mit Blick auf das Catering meint.

Doch damit nicht genug. Zwar konnten die Frankfurter gerade die Buchmesse bis 2022 erneut vertraglich an sich binden. Doch dabei ist nicht nur offen, zu welchem Preis dies gelang, sondern auch wie viele Besucher in diesem Jahr an die Regale strömen werden. Auch bei den Konsumgütermessen registriert Frankfurt den Verlust von Kunden, vor allem aus dem Ausland.

Im abgelaufenen Geschäftjahr meldet Frankfurt bei einem Konzernumsatz von 440 Mio. Euro (plus 3,9 Prozent) einen "Reingewinn" von 36 (Vorjahr: 27,6) Mio. Euro. Der Anteil des Auslandsumsatzes beträgt rund 24 Prozent. Düsseldorf konnte Frankfurt 2008 mit einem Umsatz von 496 Mio. Euro (Plus 40 Prozent) erstmals überholen. Das lag aber vor allem an nicht alljährlichen Großveranstaltungen. Der Jahresüberschuss betrug 66 Mio. Euro. Da 2009 Großmessen fehlen, zieht die Krise Düsseldorf ins Minus. Geplant wird mit einem Verlust von fast 50 Mio. Euro.

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