Messestandort Dubai
Dubai friert Mega-Projekt ein

Ganze 300 000 Quadratmeter sollte das Messe-Zentrum in Jebel Ali außerhalb der Stadt Dubai umfassen, doch das abrupte Ende des Immobilienbooms hat den Messestandort Dubai mit voller Wucht getroffen. Das Dubai World Trade Centre schraubt seine Erwartungen zurück – und übt sich trotz geringem Wachstum der Besucherzahl in Bescheidenheit.

DUBAI. Der Mann mit Dreitagebart spricht hastige Sätze in lupenreinem Oxford-Englisch. „Bis Oktober ziehen wir das durch“, sagt Helal Almarri, Chef des Messe-Veranstalters Dubai World Trade Centre. Der 33-jährige Emirati in der traditionellen weißen Dischdascha schwärmt von seiner Lieblings-Idee: der 50-prozentigen Erweiterung des Messegeländes in Dubai. In nur fünf Monaten soll ein zusätzlicher Ausstellungs-Komplex auf rund 93 000 Quadratmetern Fläche aus dem Boden gestampft werden. Im Moment ist die Baustelle neben dem bisherigen Messe-Zentrum noch mit Planierraupen und Kränen übersät. Einzig das schwarz-goldene Dach der fast fertigen neuen Metro-Station in etwa 500 Metern Entfernung zeugt vom Tempo des Bau-Projekts.

Natürlich hat das abrupte Ende des Immobilien-Booms auch das Dubai World Trade Centre mit voller Wucht getroffen. So wurden die hochfliegenden Pläne eines 300 000 Quadratmeter umfassenden Messe-Zentrums in Jebel Ali außerhalb der Stadt erst einmal auf Eis gelegt. Grund: Der benachbarte neue Mega-Flughafen Al Maktoum International, mit anvisierten 160 Millionen Passagieren pro Jahr der größte Airport der Welt, kommt deutlich später. Bei nachgelagerten Vorhaben wie Straßen, Brücken und Hotels wurde ebenfalls die Reißleine gezogen. „Wir peilen für die neue Messe-Stadt das Jahr 2014 oder 2015 an, das hängt von der Entwicklung des Marktes ab“, stapelt Almarri tief.

Dubai übt sich auf einmal in Bescheidenheit und konzentriert sich auf seine Kern-Assets: Handel, Logistik, Tourismus und Finanzen. Immerhin entfällt ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von rund 40 Mrd. Dollar auf Handel und Reexport.

Doch trotz Finanz- und Wirtschaftskrise steht der Messe-Standort Dubai nach wie vor unter Dampf. Bei Besucherzahl, Ausstellungsfläche und Einnahmen verzeichnete das World Trade Centre im ersten Quartal 2009 ein Plus von sechs bis zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum. Das liegt zwar merklich unter dem durchschnittlichen Wachstum von 18 bis 22 Prozent in den Jahren 2003 bis 2008. Aber für 2009 ist Almarri nicht bange: „Flugzeug-Tickets und Hotel-Übernachtungen sind derzeit fast um die Hälfte billiger als vor einem Jahr, das gibt vielen Gästen einen zusätzlichen Anreiz.“

Bis 2014 will der Messe-Chef im Schnitt um 12 bis 15 Prozent pro Jahr zulegen. Das Erfolgs-Rezept von Almarri, der einen MBA von der renommierten London School of Economics in der Tasche hat, ist einfach. „Dubai hat innerhalb von drei bis vier Flugstunden einen riesigen Einzugsbereich und bietet einen optimalen Marktzugang“, rechnet er vor. „Wer in der Region Geschäfte machen will, trifft bei uns Leute aus Saudi-Arabien, dem Irak, dem Iran, Indien, Pakistan, Zentralasien und Ostafrika.“

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