Metro-Chef Cordes
„Natürlich habe ich Fehler gemacht“

Ob sein Vertrag als Metro-Chef verlängert wird, ist mehr als ungewiss. Doch Eckhard Cordes gibt sich nicht geschlagen. Mit dem Handelsblatt sprach der Manager über Kampfgeist und die bisherige Bilanz seiner Arbeit.

Handelsblatt: Im Mai sagten Sie in einem Spiegel-Interview, der Aufsichtsrat und Sie wollten im Winter über Ihre Zukunft reden. Wir tun das ohne Stress, hieß es damals. Jetzt haben wir Herbst - und es gibt reichlich Stress. Was ist passiert?

Eckhard Cordes: Nichts jedenfalls, was die aufgeregte Diskussion dieser Tage erklären könnte. Alles, was sich verändert hat, ist die negative Ergebnisentwicklung von Media-Saturn im zweiten Quartal. Und wir stehen vor einer zweiten Finanzkrise, von der niemand wusste, dass sie kommt. Im Rahmen dieser Finanzkrise ist unser Aktienkurs gefallen - wie bei fast allen anderen Unternehmen.

Und Ihr Verhältnis zum Aufsichtsrat und den beiden Eigentümerfamilien würden Sie als intakt bezeichnen?

Ich empfange viel Zuspruch, gerade auch von den Eigentümerfamilien. Es motiviert mich, das umzusetzen, was wir als Strategie verabredet haben: Expansion im Ausland, Steigerung der Profitabilität, Ausbau der Online-Geschäfte, stärkere Betonung der Nachhaltigkeit. Zum letzten Mal habe ich dem Aufsichtsrat am 24. Mai dazu vorgetragen, und die Strategie ist dort bestätigt worden.

Das heißt in Zahlen?

Wir hatten 2010 das beste Jahr unserer Geschichte, und wir werden 2011 dieses Ergebnis noch einmal übertreffen. Insgesamt haben wir seit meinem Amtsantritt allein an die Familie Haniel über 500 Millionen Euro ausgeschüttet.

Dennoch wollen im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung am 2. November, wenn es um Ihre Vertragsverlängerung geht, die Gerüchte nicht verstummen: Stehen Sie kurz vor dem Rücktritt?

Ich habe einen Vertrag, der bis zum 31. Oktober 2012 läuft, und diesen Vertrag möchte ich auf jeden Fall erfüllen.

In der 650-köpfigen Haniel-Familie rumort es.

Beide Eigentümerfamilien sind groß und besitzen viele Hundert Mitglieder. Ich habe in zahlreichen Gesprächen erfahren, dass die Familie Schmidt-Ruthenbeck hinter mir steht, die der zweitgrößte Anteilseigner ist. Und aufseiten von Hauptaktionär Haniel ist mein Ansprechpartner Franz Markus Haniel, und mein Eindruck ist, dass ich auch auf seine Unterstützung vertrauen kann.

Zwischen Ihnen und Ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Kluge soll es einen Machtkampf geben.

Was die Umsetzung unserer Strategie anbetrifft, passt kein Jota zwischen uns. Wir kennen uns seit 15 Jahren. Da werden Dinge kolportiert, vor denen ich fassungslos stehe. Herr Kluge und ich haben ein gutes Arbeitsverhältnis, auch wenn wir einen unterschiedlichen Management-Stil pflegen.

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