Metro-Chef
Cordes will Karstadt nicht um jeden Preis

Metro-Chef Eckhard Cordes macht bei der geplanten Übernahme der Karstadt-Filialen durch die Metro-Kette Kaufhof weiter Druck. Um seine Verhandlungs zu stärken, betonte er am Samstag, er wolle die Übernahme "nicht um jeden Preis". Gleichzeitig mahnte er zur Eile, sonst würden die Probleme noch zunehmen.

HB HAMBURG/FÜRTH. Metro-Chef Eckhard Cordes mahnt klare Entscheidungen zu seinem Angebot einer Übernahme der insolventen Karstadt-Handelskette an. "Wir haben Zeit und werden eine Übernahme nicht um jeden Preis machen, sagte Cordes dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Zwar sei die von der Metro favorisierte Fusion von Karstadt und der Metro-Tochter Kaufhof zu einer Deutschen Warenhaus AG "ordnungspolitisch sinnvoll und vor allem für die Belegschaften ideal". Doch "je länger der Schwebezustand dauert", umso schwieriger werde das.

Die Probleme würden noch weiter zunehmen, wenn womöglich Hedgefonds die am Donnerstag vom Arcandor-Großaktionär Sal. Oppenheim abgestoßenen Anteile übernähmen. "Wenn Karstadt erst mal anfängt zu erodieren, können wir keine Wiederbelebungsversuche mehr starten", denn dann würden "selbst wir uns nicht mehr zutrauen, das Geschäft noch zu drehen", sagte Cordes. Er sei deshalb überzeugt, dass die normative Kraft des Faktischen zeigen werde, "dass unser Angebot die letzte Chance für eine große Lösung und damit auch zur Rettung der Mitarbeiter ist".

Überrascht äußerte sich Cordes über die öffentlich geäußerte Ablehnung der Fusionspläne durch Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick und Sal. Oppenheim. Schon vor Wochen hätten Eick und Vertreter der Bank diese Idee mehrfach mit seinem Haus angesprochen. Kurz nach Eicks Amtsantritt seien sogar bereits erste Finanzdaten ausgetauscht worden. Und noch in der Nacht vor dem Insolvenzantrag hätten Vertreter der Bank angerufen und gefragt, ob die Metro AG möglicherweise Arcandor finanziell aushelfen könnte.

Unterdessen schöpften die rund 8000 Mitarbeiter des zu Arcandor gehörenden insolventen Versandhauses Quelle wieder Hoffnung. Seit dem späten Freitagabend laufen die Druckmaschinen für den neuen Quelle- Hauptkatalog auf Hochtouren, wie der Sprecher des Fürther Unternehmens, Manfred Gawlas, sagte. Die ersten Exemplare sollen Mitte nächster Woche in den Briefkästen der Kunden liegen.

Quelle macht einen beträchtlichen Teil des Umsatzes in Höhe von knapp drei Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2007/08) mit dem Kataloggeschäft. Etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes kommt nach Angaben von Gawlas über Bestellungen im Internet zustande, der Rest entfällt auf das Kataloggeschäft und eigene Läden von Quelle. Für den Druck von rund acht Mio. Exemplaren der Herbst/Winter-Ausgabe muss das ums Überleben ringende Unternehmen 20 bis 25 Mio. Euro berappen. Nur dank in Aussicht gestellter Staatsbürgschaften hatten die Maschinen in der Nürnberger Druckerei Prinovis am Freitag um 22.00 Uhr anlaufen können.

"Obwohl die endgültige Zusage für die von Quelle geforderte Bürgschaft noch nicht vorliegt, haben wir uns dazu entschlossen, mit der Produktion des Kataloges für unseren langjährigen Kunden Quelle zu beginnen", teilte Prinovis mit. Um die Fertigung nach dem Wochenende fortsetzen zu können, benötige die Druckerei in der kommenden Woche aber eine rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der Produktionskosten.

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