Metro Mit neuer Strategie nach Myanmar

Die Metro wagt sich nach Myanmar. Gemeinsam mit einem regionalen Partner will der Handelskonzern Kunden dort beliefern. Metro-Chef Olaf Koch sieht „enorme Chancen“ in dem südostasiatischen Markt.
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Für die Expansion nach Myanmar nimmt der Metro-Chef vergleichsweise wenig Geld in die Hand. Quelle: dpa
Olaf Koch

Für die Expansion nach Myanmar nimmt der Metro-Chef vergleichsweise wenig Geld in die Hand.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Handelskonzern Metro stößt nach langer Pause mit seinem Großmarktgeschäft wieder in ein neues Land vor. Metro expandiere wie angekündigt nach Myanmar, teilte der Konzern am Freitag in Düsseldorf mit. Metro-Chef Olaf Koch geht dabei aber einen neuen Weg: Metro hat sich einen Partner aus der Region gesucht und will das Land anders als bei früheren Expansionen in neue Länder nicht mit eigenen Märkten überziehen.

Vielmehr will Metro die Kunden in dem südostasiatischen Land beliefern. Damit muss Koch nicht so viel Geld in die Hand nehmen. Die Investitionen bewegten sich „im niedrigen zweistelligen Millionen Euro Bereich“, teilte Metro mit. Myanmar sei ein „vielversprechender Markt mit enormen Chancen“, betonte Koch.

Die Düsseldorfer gründen mit der asiatischen Yoma Strategic Holdings ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung einer Vertriebsplattform für Lebensmittel in Myanmar. Metro hält dabei 85 Prozent der Anteile. Als ersten Schritt in Myanmar plant Metro ein Großhandelsverteilzentrum in der Sonderwirtschaftszone Thilawa in Rangun. Dieses soll Anfang 2018 die Pforten öffnen. Von dort sollen unter anderem Lebensmittel für Gastronomen, Hotels, Einzelhändler und Büros geliefert werden.

Metro sieht dafür Bedarf: Der Markt in Myanmar sei sehr zersplittert, Händler müssten sich Waren aus einen komplexen Geflecht unterschiedlicher Anbieter beschaffen. Metro will diese nun aus einer Hand anbieten. Die Kunden wünschten „zunehmend Produkte in gleichbleibend zuverlässiger Qualität und zu einem günstigen Preis“.

Das geteilte Metro-Reich
Die doppelte Metro
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Der Handelskonzern Metro spaltet sich in zwei Teile – einen Händler für Unterhaltungselektronik unter dem neuen Namen Ceconomy mit 22 Milliarden Euro Umsatz und den Bereich Großhandel und Lebensmittel mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro, der weiter unter dem Namen Metro auftritt. Beide neuen Unternehmen werden an der Börse notiert.

Koch bleibt an der Spitze
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Die neue Metro wird in ein separates Unternehmen abgespalten, geführt vom bisherigen Vorstandschef Olaf Koch. Er ist bereits seit Januar 2012 Metro-Chef, zuvor war er drei Jahre lang Finanzchef.

Anleger erhalten neue Aktien
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Für die neue Metro AG peilt der Konzern eine Börsenbewertung von etwa 7,5 Milliarden Euro an. Jeder bisherige Metro-Aktionär soll jeweils eine Aktie der neuen Metro und der Ceconomy AG erhalten. Die Aktien sind ab Oktober 2016 dividendenberechtigt. Beide neuen Aktiengesellschaften sollen die Kriterien für eine Notierung im MDax erfüllen.

Großhandel und Lebensmittel
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Das Ziel im Bereich Großhandel und Lebensmittel ist, bei einem geplanten Wachstum von drei Prozent die Gewinnmarge (Ebitda) stabil bei 4,9 Prozent zu halten – im Handel durchaus ein respektabler Wert. Das Unternehmen ist mit einem Umsatzanteil von 87 Prozent sehr stark auf Europa konzentriert. Problematisch ist auch das Geschäft in Russland und der Türkei, das zwar operativ gut läuft, aber stark unter dem Währungskurs leidet.

Fokus auf den Lieferdienst
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Im Großhandel, wo Metro europäischer Marktführer ist, setzt der Händler zunehmend auf den profitableren Lieferdienst und verkleinert die Märkte. Gerade erst hat das Unternehmen die Übernahme des französischen Unternehmens Pro à Pro abgeschlossen, das Lebensmittel an Kantinen und Restaurants liefert. In Asien hat sich Metro vor kurzem mit dem Kauf des Lieferdienstes Classic Fine Foods verstärkt.

Real-Märkte
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Die größte Baustelle der neuen Metro ist die Supermarktkette Real. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz erneut flächenbereinigt um 1,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zurück, immerhin konnte im Gegensatz zum Jahr zuvor ein kleiner Gewinn erzielt werden. Hoffnungen setzt das Unternehmen auf das neue Markthallen-Konzept, das erstmals in Krefeld gezeigt wird. Dort ergänzt ein großes Angebot an hochwertiger Gastronomie den Supermarkt.

Peter Haas führt Ceconomy
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Die bisherige Metro AG wird in Ceconomy umbenannt. In ihr bleibt unter der Leitung von CEO Pieter Haas im Wesentlichen das Geschäft der beiden Handelsketten Media Markt und Saturn mit mehr als 1000 Märkten in neun europäischen Ländern.

Metro-Chef Olaf Koch hatte bereits angekündigt, in neue Länder vorstoßen zu wollen. Zuletzt hatte sich Metro dies 2010 getraut. Koch hat dem Düsseldorfer Handelsriesen eine Aufspaltung in einen Lebensmittel- und einen Elektronikhändler um Media-Saturn verordnet, die Aktionäre hatten die Pläne Anfang Februar gebilligt. Im Sommer sollen sie umgesetzt werden. Beide Teile sollen schlagkräftiger werden und auf Wachstumskurs gehen.

  • rtr
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