Metro prüft Verkauf
Praktiker könnte noch im November an die Börse gehen

Nach unbestätigten Meldungen ist die Erstnotiz der Baumarktkette Praktiker an der Börse bereits für die zweite Novemberhälfte geplant. Die Muttergesellschaft hält sich aber auch den Verkauf an einen einzelnen Investor offen.

HB FRANKFURT. Den Termin für den Börsengang habe Metro auf einem Analystentreffen am vergangenen Freitag bekannt gegeben, sagten zwei Personen aus dem Umfeld der Transaktion am Montag. Auf dieser Veranstaltung seien die Analysten der Investmentbanken vertreten gewesen, die den Börsengang begleiteten: J.P. Morgan, Deutsche Bank, ABN Amro, Hypo-Vereinsbank, HSBC, Commerzbank und Dresdner Bank.

Trotz der nun in die „heiße Phase“ gehenden Vorbereitungen für einen Börsengang von Praktiker werde ein Verkauf an einen Investor nicht ausgeschlossen. Metro fahre weiterhin eine „zweigleisige“ Strategie, heißt es aus den Kreisen. Dennoch scheine ein Börsengang derzeit die wahrscheinlichere Variante.

Ein Sprecher der Metro AG sagte auf Anfrage, dass die Vobereitungen sowohl für einen Börsengang, als auch für einen Verkauf weiter liefen. Nähere Details dazu wollte er nicht nennen. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, der Finanzinvestor Permira spreche bereits mit der Metro über Praktiker.

Die Metro hatte im Juni angekündigt, alle Optionen für Praktiker zu prüfen. Dies könnte einen Verkauf, einen Börsengang oder auch den Verbleib der Baumärkte im Konzern bedeuten. Praktiker ist die zweitgrößte Baumarktkette in Deutschland nach Obi. In Branchenkreisen werden im Verbund von Praktiker und den anderen Töchtern der Metro nur geringe Einkaufsvorteile gesehen. Zum Handelsriesen Metro gehören neben Praktiker die Metro-Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, die Elektronikketten Media Markt und Saturn, die Lebensmittelhändler Real und Extra sowie die Warenhauskette Kaufhof.

Praktiker hatte 2004 nach einer grundlegenden Sanierung und Neupositionierung als Discountermarkt einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro erzielt und sein operatives Ergebnis nahezu verdoppelt auf 59 Millionen Euro. 2005 sollen sich Umsatz und Rendite weiter verbessern. Derzeit betreibt der Metro-Konzern in neun europäischen Ländern rund 340 Praktiker-Märkte.

Wird Praktiker veräußert, könnte Metro die Nettoverschuldung von 5,6 Milliarden Euro (Ende 2004) deutlich abbauen. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Freitag berichtet, der Handelskonzern wolle für seine Tochter mindestens 1,15 Milliarden Euro erlösen.

Nach älteren, unbestätigten Meldungen will der Metro-Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung am 18. Oktober über die Zukunft von Praktiker beraten.

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