Metro-Tochter Tarifgespräche bei Real ausgesetzt

Im Streit um niedrigere Löhne bei Real, sind die Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter der Metro-Tochter unterbrochen worden. Dabei drängt die Zeit: Metro-Chef Olaf Koch hat ein Ultimatum bis Monatsende gesetzt.
Die Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter der Metro-Tochter Real sind unterbrochen. Quelle: dpa
Real-Markt

Die Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter der Metro-Tochter Real sind unterbrochen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWenige Tage vor dem Auslaufen des Ultimatums von Metro -Chef Olaf Koch sind die Tarifverhandlungen für die rund 36.000 Mitarbeiter der Supermarkttochter Real unterbrochen worden. Die Gewerkschaft Verdi habe die geforderten Verhandlungen für einen neuen Gehaltstarifvertrag bei gleichzeitig angebotener Rückkehr zum Flächentarif der Handelsbranche abgelehnt, sagte ein Real-Sprecher am Freitag. Da ein neuer Gehaltstarifvertrag „jedoch von entscheidender Bedeutung für die Zukunft von Real“ sei, habe die Arbeitgeberseite die Verhandlungen „momentan ausgesetzt“. Die Grundlage für Investitionen wie auch die angebotene Beschäftigungssicherung seien weiterhin nicht gegeben. Metro bleibe jedoch gesprächsbereit. Um Lohnkosten zu sparen, hatte die Supermarktkette vor rund einem Jahr den Abschied aus dem Flächentarifvertrag verkündet.

Diese Handelsmarken sind verschwunden
Kaiser‘s
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Kaiser´s ist die lachende Kaffeekanne. Sie begleitet das Unternehmen seit über 100 Jahren. Die Idee, eine Kaffeekanne als Firmensymbol einzusetzen, stammt von Josef Kaiser, der das Unternehmen ab 1880 zum größten deutschen Filialisten für Kaffee ausbaute. Der Berliner Künstler Paul Böhm entwickelte das Logo, das 1904 beim Deutschen Patentamt in München als Schutzmarke eingetragen wird. 1914 schuf der berühmte Gestalter Peter Behrens die heutige Form der Kanne. Wenn die Kaiser´s-Märkte bald sukzessive verkauft werden, wird wohl auch die lachende Kaffeekanne verschwinden.

Minimal
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1973 eröffnete der erste „Minimal“-Markt. Die Kette war vor allem in den frühen Jahren bekannt für seine großen Ladenlokale. Schon 1974 übernahm Rewe 50 Prozent der Marke, 1989 den Rest. Minimal blieb noch bis 2006 als eigenständige Supermarktkette. Dann wurden alle Läden in Rewe-Märkte umgewandelt.

Plus
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Angestachelt vom Erfolg der Aldi-Märkte gründete die Tengelmann-Gruppe 1972 ihre eigene Discount-Kette: Plus – ein Kürzel für „Prima leben und sparen“. Das Konzept entsprach grundsätzlich dem eines Discounters, doch unterschied sich Plus in einigen Punkten von den „Harddiscountern“ wie Aldi und Lidl: Die Produktpalette war größer und es gab einen höheren Anteil an Markenartikeln. Geworben wurde mit den kleinen Preisen. 2008 übernahm Edeka die mehr als 2.300 Plus-Märkte. Bis Mitte 2010 wurden sie sukzessive in Netto Marken-Discount umbenannt.

Extra
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1970 in Düren gegründet wuchs die Supermarktkette Extra schnell heran und expandierte in viele deutsche Regionen – vor allem in NRW, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Berlin. 1996 wurde das Unternehmen Teil des Metro-Konzerns und 2004 mit deren Lebensmittelsparte Real zusammengeführt. Die Marken traten allerdings weiterhin getrennt auf. 2008 übernahm der Kölner Handelskonzern Rewe die Extra-Verbrauchermärkte mit den 9.700 Mitarbeitern. Seitdem heißt Extra Rewe.

Eduscho
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„Hoch die Tasse, hoch die Tasse – hm, Eduscho – Spitzenklasse!“ In den 1970er-Jahren gehörte Eduscho zu den größten Kaffeeröstereien Deutschlands. Den Grundstein legte Eduard Schopf 1924 mit einem Postversand für frischen Röstkaffee. In den 1950er-Jahren baute Eduscho ein großes Filialnetz auf und war mit Depots in Bäckereien und Lebensmittelgeschäften vertreten. Später begann der Verkauf von Non-Food-Artikeln, mit denen das Unternehmen schon bald mehr verdiente als mit Kaffee. 1997 übernahm der größte Konkurrent Tchibo das Bremer Unternehmen. Die Marke verschwand ab 2000 – zumindest in Deutschland.

Hertie
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Kaum ist sie da, ist sie auch schon wieder weg: Die Marke Hertie. Der Name der einstigen Warenhauskette geht zurück auf den jüdischen Investor Hermann Tietz. Bis in die 1980er-Jahre hinein gehörte Hertie zu den größten deutschen Handelskonzernen. 1993 wurde das Unternehmen von der „Karstadt AG“ übernommen und die Filialen nach und nach in „Karstadt Kompakt“ umbenannt. 2007 dann eine Renaissance: Ein Teil der Märkte firmierte wieder unter dem Namen Hertie. Doch 2009 wurden sie geschlossen und das Hertie-Logo von ehemaligen Berliner Beschäftigten symbolisch in der Spree versenkt. Ein endgültiger Untergang war das allerdings nicht: Heute existiert Hertie als Online-Kaufhaus. Mal sehen, wie lange…

Horten
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Horten war in den 1950er- und 60er-Jahren der Inbegriff des modernen Warenhauses: Die Filialen besaßen Rolltreppen, Boutiquen und sogar eigene Tankstellen. Ein weiteres Markenzeichen: Die „Hortenkacheln“ – ein vom Architekten Egon Eiermann stilisiertes weißes H aus Aluminium – die zum Teil heute noch die Fassaden schmücken. Ende der 1980er Jahre wechselte Horten mehrmals den Besitzer: Zunächst hielt die WestLB den größten Aktienanteil, 1994 übernahm Kaufhof das Unternehmen komplett. Der Name Horten verschwand – zumindest fast: Das „Carsch-Haus“ in Düsseldorf trägt auch heute noch das Horten-Logo – in Stein gemeißelt.

Metro-Chef Koch hatte deutlich gemacht, dass er bis Monatsende mit den Gewerkschaften eine Einigung über niedrigere Löhne bei Real erreichen wolle. Erst dann würde Metro in den geplanten Umbau des Sorgenkinds investieren. Bei einem Scheitern der Verhandlungen müsse Metro „die Situation neu bewerten“, hatte Koch gewarnt. Noch lägen die Lohnkosten für die Real-Mitarbeiter um bis zu 30 Prozent über der Konkurrenz.

Nach den Vorstellungen von Koch soll Real weg vom reinen Selbstbedienungs-Gedanken und Service, Gastronomie und Erlebnischarakter groß schreiben. Doch für das neue Konzept müsse die Kette wirtschaftlicher arbeiten. „Die Strategie geht nicht auf, wenn wir keine Einigung mit der Gewerkschaft haben“, hatte der Metro-Chef gesagt.

Insidern zufolge sollen die Real-Mitarbeiter auf Teile ihres Urlaubs- und Weihnachtsgelds verzichten. Gelingt die Einigung mit der Belegschaft nicht, könnte Koch versuchen, Real an einen Finanzinvestor zu veräußern. Dieser könnte die Kette zerschlagen und die 293 Märkte in Deutschland einzeln verwerten.

  • rtr
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