Metro und Ceconomy
Aufspaltung treibt beide Konzernteile an

Nach der Aufspaltung des Metro-Konzerns vermelden beide Teile gute Geschäfte. Während die „neue“ Metro vor allem von einem Zukauf und Währungseffekten profitiert, freut sich Ceconomy über den Aufschwung im Online-Handel.
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DüsseldorfDie robuste Nachfrage im deutschen Einzelhandel hat sich auch für die beiden börsennotierten Konzerne des einstigen Handelsriesen Metro ausgezahlt. Vor allem rege Onlinegeschäfte verliehen der „neuen“ Metro mit ihrem Lebensmittel-Groß- und Einzelhandel wie auch der Elektronik-Kette Ceconomy Rückenwind. In ihren ersten eigenständigen Quartals-Bilanzen nach der Aufspaltung der „alten“ Metro berichteten die Vorstände am Donnerstag von Umsatzzuwächsen und Ergebnisverbesserungen. Anders dagegen im Nachbarland Frankreich, wo Carrefour unter dem dortigen Preiskampf der Supermarktketten ächzt und die Aktionäre mit schwachen Zahlen schockte.

„Das Onlinegeschäft hat sich extrem erfolgreich entwickelt mit einem Plus von 70 Prozent“, erklärte derweil Metro-Chef Olaf Koch in einer Telefonkonferenz. Zusammen mit positiven Währungseffekten und der Akquisition des französischen Lieferservice's Pro à Pro habe die Metro so im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 ein Umsatzplus von 4,9 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro erzielt, flächenbereingt waren es 2,6 Prozent. „Das dritte Quartal gibt einen Eindruck, wo die Reise mit der neuen Metro hingeht“, betonte der Manager.

Auch Ceconomy-Chef Pieter Haas sprach von einem insgesamt guten dritten Quartal. Die Kombination des stationären Handels der MediaMarkt- und Saturn-Märkte mit Online habe sich bewährt. „Damit sind wir sehr zufrieden“, betonte Haas. Der Anteilskauf von 24 Prozent an der Elektronikkette Fnac Darty eröffne Ceconomy zudem den wichtigen französischen Markt. Finanzvorstand Mark Frese kündigte an: „Wir werden die Konsolidierung weiter verfolgen, dabei aber immer unser Rating beobachten.“

An der Börse konnte Ceconomy mit den Nachrichten punkten. Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Aktie notierte 1,2 Prozent im Plus bei 9,023 Euro. Bei der Metro überwog indes die Skepsis. Die Papiere, die gute Chancen haben, ebenfalls in den Nebenwerteindex aufgenommen zu werden, lagen mit 16,45 Euro 1,9 Prozent im Minus. Mitte Juli debütierten sie mit 20 Euro. Die „alte“ Metro hatte sich im Juli aufgespalten. Die beiden börsennotierten Konzerne sollen sich so besser auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren, um schlagkräftiger und interessanter für Investoren zu werden.

Metro-Chef Koch erklärte, von der Schwankungsanfälligkeit der Aktie nicht überrascht zu sein. Der Konzern müsse erst Quartal für Quartal beweisen, dass die Wachstumspläne aufgehen.

Die Metro mit ihren mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern steigerte im Zeitraum April bis Juni das operative Ergebnis (Ebit) auf 215 (Vorjahr: 68) Millionen Euro. Vor Sonderfaktoren erreichte das Ebit 230 (239) Millionen Euro. Der Rückgang sei vor allem auf höhere Immobilienerträge im Vorjahr zurückzuführen.

Eine Prognose für das laufende Bilanzjahr machte Koch indes wegen der Aufspaltung nicht, sondern bestätigte lediglich seine Mittelfristziele. Diese sehen ein Umsatzwachstum von mindestens drei Prozent vor und eine stabile operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von etwa fünf Prozent.

Die Elektronik-Kette Ceconomy erlöste mit 4,74 Milliarden Euro 1,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der operative Verlust vor Sonderfaktoren verringerte sich auf 61 Millionen Euro nach einem Minus von 83 Millionen vor Jahresfrist. Haas begründete die Ergebnisverbesserung mit dem „robusten Wachstum“ des Online-Handels, höheren Serviceumsätzen und „strikter Kostendisziplin“. Für das Gesamtjahr kündigte er leichte Zuwächse beim flächenbereinigten Umsatz und Ebit vor Sonderfaktoren an.

Die gute Lage am Arbeitsmarkt lässt die Kassen der Einzelhändler klingeln. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz des deutschen Einzelhandels nach Angaben des Branchenverbands HDE um 4,6 Prozent. Die Löhne von rund 17 Millionen tariflich Beschäftigten in Deutschland waren im Frühjahr so stark gestiegen wie seit 2011 nicht mehr. Das sorgt für Kaufkraftgewinne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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