Metro will Zahl der Märkte 2004 verdoppeln, Rewe arbeitet an Supermarktkette, Ikea plant 22 Einrichtungshäuser
Russland zieht Handelshäuser magisch an

Russland ist für internationale Handelskonzerne Investitonsziel Nummer eins. Zum zweiten Mal in Folge, so eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney, lässt das Land Wettbewerber wie Indien oder China hinter sich. Bewertet haben die Handelsexperten Faktoren wie Länderrisiko, Standortattraktivität, Marktsättigung und Zeitdruck in insgesamt 30 Schwellenländern.

DÜSSELDORF. Es sind vor allem deutsche Unternehmen, die beim Wettlauf um die besten Standorte in dem 143 Millionen Einwohner zählenden Land die Nase vorn haben. Deutschlands größter Handelskonzern Metro, der 2001 in Moskau sein erstes Cash-and- Carry-Geschäft eröffnete, will 2004 die Zahl seiner Abholmärkte auf 14 verdoppeln. „Russland gehört neben der Ukraine zu unserem Expansionsschwerpunkt“, sagt Metro-Chef Hans-Joachim Körber. „In keinem anderen europäischen Land bietet der Einzelhandelsmarkt ähnliche Entwicklungspotenziale“, sagt Rewe-Chef Dieter Berninghaus. Die Kölner gaben vergangene Woche Pläne bekannt, dort mit einem russischen Partner Supermärkte zu starten.

Auch Tengelmanns Baumarktriese Obi, der Parfümerie-Filialist Douglas und das SB-Warenhaus Marktkauf sind in Moskau vertreten. Selbst inhabergeführte Handelshäuser wie die Schuhkette Deichmann prüfen den Einstieg. Das Möbelhaus Ikea steuert über seine Deutschlandtochter die Expansion in Russland. In den kommenden 15 Jahren sollen 22 Einrichtungshäuser entstehen – nach Deutschland wäre dies der zweitgrößte Markt der Schweden.

Noch immer gelten allerdings die politischen Risiken als hoch. Mit nur 56 von möglichen 100 Punkten liegt Russland in der Studie weit abgeschlagen hinter anderen attraktiven Investitionsstandorten. Immerhin: Die Unsicherheit habe sich leicht verringert, schreibt A.T. Kearney. Das Land bemühe sich, die wirtschaftliche und politische Stabilität zu verbessern.

Eine besondere Anziehung auf die Konzerne hat die geringe Marktsättigung in Russland. In den Ländern Osteuropas hat allein die Ukraine eine noch geringere Versorgung mit Einzelhandelsgeschäften. Dass dem eine geringe Kaufkraft gegenübersteht, schreckt die Handelskonzerne kaum. Zwar gaben die Russen zuletzt nur 233 Mrd. Euro für den privaten Konsum aus – verglichen mit 1 180 Mrd. Euro in Deutschland –, doch die Einzelhandelsumsätze stiegen von 1999 bis 2003 um 30 Prozent. „Russische Konsumenten haben Freude am Shopping und achten dabei wenig auf den Preis“, sagt Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers. Entsprechend hoch seien die Gewinnmargen.

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