Metro wird optimistisch

Bescherung für die Aktionäre

Nach langen Krisenjahren kehrt bei der Metro wieder Optimismus ein. Durch den Verkauf von Galeria Kaufhof gewinnt der Handelskonzern Raum für Wachstum. Bei den Aktionären herrscht schon jetzt Festtagsstimmung.
Update: 15.12.2015 - 09:17 Uhr
Der Konzern will in Zukunft wieder stärker in das Großhandelsgeschäft investieren. Quelle: Reuters
Metro-Großmarkt

Der Konzern will in Zukunft wieder stärker in das Großhandelsgeschäft investieren.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfEin verfrühtes Geschenk für die Aktionäre hat das Metro-Management bereits am Dienstag präsentiert. Der Handelsriese will nach dem Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof wieder expandieren. Sowohl bei den Erlösen als auch beim operativen Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren sei im laufenden Geschäftsjahr eine Verbesserung zu erwarten, teilte Metro am Dienstag in Düsseldorf mit. Im letzten Quartal des im September endenden Geschäftsjahres 2014/15 verdiente der Konzern mehr als von Analysten erwartet.

Firmenchef Olaf Koch will nun die Früchte des Umbaus einfahren: „Die Phase der Konsolidierung ist weitgehend abgeschlossen“, betonte er. Durch den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof habe Metro wieder Raum für Zukäufe – und wolle sich in neuen Ländern ausdehnen.

Koch hatte das Unternehmen auf Gewinn getrimmt, zudem investiert Metro in den Ausbau des Online-Geschäfts. Bei Media-Saturn steigen auch dadurch wieder die Umsätze, die Tochter hatte den Einstieg in den Online-Handel lange verschlafen. Das hat sich geändert - Metro hofft nun auch auf klingelnde Kassen im wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende September) erreichte der Konzern ein Ebit vor Sonderfaktoren von 1,51 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchten die Düsseldorfer durch den Verkauf von Kaufhof an den nordamerikanischen Händler Hudson's Bay einen Gewinnsprung, nach Minderheiten verzeichnete der Konzern ein Ergebnis von 672 Millionen Euro. Die Investoren zeigten sich von den Zahlen zunächst sehr angetan. Die Aktie lag zu Handelsbeginn mit einem Plus von 1,9 Prozent an der Spitze des MDax..

Viel wichtiger aber: Dank des Verkaufs der Warenhauskette Kaufhof konnte Metro die Verschuldung substanziell verringern. Doch die eigentliche Bescherung hatte Metro-Chef Olaf Koch schon Anfang November angekündet: Der Vorstand will der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende von 90 Cent auf einen Euro zu erhöhen. Zugleich soll die Bandbreite für die Ausschüttungsquote auf 45 bis 55 Prozent steigen.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Vor allem das wiedererstarkte Großhandelsgeschäft im Heimatmarkt soll Hoffnung für die Zukunft wecken. Ausgebaut werden soll insbesondere das Belieferungsgeschäft mit den Großhandelskunden, dazu will Koch vor allem im Inland investieren. Denn der ganz große Traum vom Weltkonzern ist schon länger passé.

Peter Steiner vom Bankhaus Lampe hält die aktuelle Strategie für aussichtsreich. „Das Management hat die richtigen Schritte eingeleitet, indem es sich bei den Länder und bei den Geschäftsmodellen stark konzentriert.“ Es werde jetzt wieder stärker ins Kerngeschäft investiert, was zuvor vernachlässigt worden sei.

Konzernumbau geht voran
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