Metro wird optimistisch
Bescherung für die Aktionäre

Nach langen Krisenjahren kehrt bei der Metro wieder Optimismus ein. Durch den Verkauf von Galeria Kaufhof gewinnt der Handelskonzern Raum für Wachstum. Bei den Aktionären herrscht schon jetzt Festtagsstimmung.

DüsseldorfEin verfrühtes Geschenk für die Aktionäre hat das Metro-Management bereits am Dienstag präsentiert. Der Handelsriese will nach dem Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof wieder expandieren. Sowohl bei den Erlösen als auch beim operativen Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren sei im laufenden Geschäftsjahr eine Verbesserung zu erwarten, teilte Metro am Dienstag in Düsseldorf mit. Im letzten Quartal des im September endenden Geschäftsjahres 2014/15 verdiente der Konzern mehr als von Analysten erwartet.

Firmenchef Olaf Koch will nun die Früchte des Umbaus einfahren: „Die Phase der Konsolidierung ist weitgehend abgeschlossen“, betonte er. Durch den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof habe Metro wieder Raum für Zukäufe – und wolle sich in neuen Ländern ausdehnen.

Koch hatte das Unternehmen auf Gewinn getrimmt, zudem investiert Metro in den Ausbau des Online-Geschäfts. Bei Media-Saturn steigen auch dadurch wieder die Umsätze, die Tochter hatte den Einstieg in den Online-Handel lange verschlafen. Das hat sich geändert - Metro hofft nun auch auf klingelnde Kassen im wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende September) erreichte der Konzern ein Ebit vor Sonderfaktoren von 1,51 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchten die Düsseldorfer durch den Verkauf von Kaufhof an den nordamerikanischen Händler Hudson's Bay einen Gewinnsprung, nach Minderheiten verzeichnete der Konzern ein Ergebnis von 672 Millionen Euro. Die Investoren zeigten sich von den Zahlen zunächst sehr angetan. Die Aktie lag zu Handelsbeginn mit einem Plus von 1,9 Prozent an der Spitze des MDax..

Viel wichtiger aber: Dank des Verkaufs der Warenhauskette Kaufhof konnte Metro die Verschuldung substanziell verringern. Doch die eigentliche Bescherung hatte Metro-Chef Olaf Koch schon Anfang November angekündet: Der Vorstand will der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende von 90 Cent auf einen Euro zu erhöhen. Zugleich soll die Bandbreite für die Ausschüttungsquote auf 45 bis 55 Prozent steigen.

Vor allem das wiedererstarkte Großhandelsgeschäft im Heimatmarkt soll Hoffnung für die Zukunft wecken. Ausgebaut werden soll insbesondere das Belieferungsgeschäft mit den Großhandelskunden, dazu will Koch vor allem im Inland investieren. Denn der ganz große Traum vom Weltkonzern ist schon länger passé.

Peter Steiner vom Bankhaus Lampe hält die aktuelle Strategie für aussichtsreich. „Das Management hat die richtigen Schritte eingeleitet, indem es sich bei den Länder und bei den Geschäftsmodellen stark konzentriert.“ Es werde jetzt wieder stärker ins Kerngeschäft investiert, was zuvor vernachlässigt worden sei.

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Konzernumbau geht voran

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