Metrotochter Real plant den Befreiungsschlag

Die Supermarktkette Real will zurück auf den Wachstumskurs. Ein neu eröffneter Pilotladen in Krefeld umwirbt die Kunden mit selbstgeröstetem Kaffee, frischer Pizza und Steaks vom Grill. Doch kann das klappen?
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Eine mit Millionenaufwand errichtete neue Filiale in Krefeld, die als Blaupause für den Umbau der ganzen Kette dienen soll, lockt die Kunden nicht nur mit endlosen Regalen, sondern mit Gastronomie-Angeboten und Wohlfühl-Ambiente. Quelle: dpa
Real-Pilotmarkt

Eine mit Millionenaufwand errichtete neue Filiale in Krefeld, die als Blaupause für den Umbau der ganzen Kette dienen soll, lockt die Kunden nicht nur mit endlosen Regalen, sondern mit Gastronomie-Angeboten und Wohlfühl-Ambiente.

(Foto: dpa)

Krefeld„Einmal hin. Alles drin.“: Bislang präsentiert sich die SB-Warenhauskette Real in der Werbung vor allem als idealer Platz zum Einkaufszettel-Abhaken. Der Erfolg bei den Kunden ist eher bescheiden. Die Kette schrumpft seit Jahren und wurde zum Sorgenkind des Mutterkonzerns Metro.

Doch jetzt plant der neue Real-Chef Patrick Müller-Sarmiento einen Befreiungsschlag. Eine mit Millionenaufwand errichtete neue Filiale in Krefeld, die als Blaupause für den Umbau der ganzen Kette dienen soll, lockt die Kunden nicht nur mit endlosen Regalen, sondern mit Gastronomie-Angeboten und Wohlfühl-Ambiente. „Man kann einkaufen, schlendern, sich unterhalten. Wir haben den Marktplatz wiederbelebt“, wirbt Müller-Sarmiento. Er will den Einkauf zum Erlebnis machen.

Wo die Deutschen am liebsten einkaufen
Platz 10: Globus
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Die im Saarland ansässige Warenhauskette ist mit einem Umsatz von 4,8 Milliarden Euro der zehntgrößte Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands. Im Ausland ist Globus in Tschechien und Russland aktiv.

Quelle: Nielsen Company

Platz 9: Rossmann
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Mit einem Umsatz von 5,75 Milliarden Euro kann sich die Drogeriemarktkette Rossmann auch als Lebensmitteleinzelhändler behaupten. Allerdings ist sie nicht der erfolgreichste Drogeriemarkt im Ranking.

Platz 8: dm Drogeriemarkt
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Die Drogeriemarktkette dm ist mit Abstand die größte Deutschlands, eine der Top-Marken im Land – und auch als Lebensmittelhändler erfolgreich. Ein Umsatz von 7,02 Milliarden Euro in 2015 bedeutet Platz acht. Genauso wie Rossmann setzte dm 2015 erfolgreich auf internationale Expansion – das Umsatzplus von 9,8 Prozent ist das größte im Ranking.

Platz 7: Tengelmann-Gruppe
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Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG ist eine Dachgesellschaft für mehrere Einzelhändler. Zu ihr gehören aus dem Bereich des Lebensmittelgeschäfts der Discounter Netto und die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Als Lebensmitteleinzelhändler liegt Tengelmann mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro auf Platz sieben. Seit zwei Jahren versucht Edeka, die Filialen von Kaiser's Tengelmann zu übernehmen.

Platz 6: Lekkerland
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Mit einem Umsatz von 9,07 Milliarden Euro ist Lekkerland die Nummer sechs im Ranking. Das Großhandelsunternehmen bedient vor allem Kioske und Tankstellen, neben Lebensmitteln und Getränken vertreibt es auch Tabakwaren, Telekommunikation und Non-Food.

Platz 5: Aldi
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Mit 27,8 Milliarden Euro Umsatz liegt Aldi auf Platz fünf des Händler-Rankings.

Platz 4: Metro
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Die Handelskette Metro betreibt unter anderem die gleichnamigen Großhandelsmärkte, als auch die Supermarktkette Real. Im Ranking ist die Metro-Gruppe dennoch der einzige Händler, der verliert: Ein Umsatz von 29,6 Milliarden Euro bedeuten ein Minus von 0,5 Prozent im Vergleich zu 2014 und Platz 4.

Wo in den meisten Läden eine Aufbackstation für Brötchen steht, findet sich in dem neuen Laden eine komplette Bäckerei. Hier werden nicht nur Brötchen, sondern auch Sauerteigbrote unter den Augen der Kunden gebacken. Die Café-Bar verfügt über eine eigene Röstmaschine, um Kaffeebohnen vor Ort den letzten Schliff zu geben. Es gibt eine gläserne Metzgerei, in der die Kunden die Wurstherstellung beobachten können, eine Shushi- und eine Austern-Bar, und natürlich einen echten Pizzaofen für Freunde italienischer Genüsse. Wer will kann auch an der Fleischtheke ein Steak kaufen, es vor Ort zubereiten lassen, an einem Tisch auf dem „Marktplatz“ verspeisen und mit einem Wein aus der Weinabteilung herunterspülen.

Die Idee mit der Gastronomie im Laden ist nicht wirklich neu. Rewe-Chef Alain Caparros etwa predigt seit Jahren: „In Zukunft wird der Supermarkt ein Ort der Begegnung sein.“ Und die besten Edeka- und Rewe-Läden sind sogar Vorreiter in diesem Bereich.

Doch bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der Müller-Sarmiento das Konzept umsetzt. Um Ideen für den neuen Markt zu sammeln, war der Manager monatelang unterwegs. Er besuchte Geschäfte in Japan und den USA, aber auch den Viktualienmarkt in München und den Münstermarkt in Freiburg.

Auffallend ist die Spannweite des Angebots. In der Kosmetikabteilung steht die Eigenmarken-Seife für 0,29 Cent pro Stück nur einen Schritt entfernt von der Seife aus einer traditionsreichen Seifenmanufaktur, die fast 50 Mal so teuer ist. In der Fleischabteilung reicht das Angebot vom Rinderhack für 4,40 Euro pro Kilo bis zum japanischen Kobe-Rind für 199 Euro je Kilogramm.

Warum es Zeit für eine Trendwende ist
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