Metzinger Luxuskonzern profitiert von Branchenkonjunktur und Damenmode
Boss verspricht kräftiges Wachstum

Deutschlands größter Luxusmode-Konzern Hugo Boss wächst stärker als erwartet. Wie Konzernchef Bruno Sälzer gestern in Metzingen ankündigte, wird der Umsatz im laufenden Jahr um acht bis zehn Prozent zulegen. Das Betriebsergebnis soll sogar überproportional um zwölf bis 14 Prozent steigen.

cs DÜSSELDORF. Bislang hatte sich der MDax- Konzern mit konkreten Prognosen für 2004 zurückgehalten. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte der Vorstandschef lediglich gesagt, dass ihm „zwei bis drei Prozent Umsatzwachstum ein bisschen wenig“ seien. Außerdem hatte Sälzer durchblicken lassen, dass sich das Betriebsergebnis überproportional zum Umsatz entwickele.

Die Wachstumsimpulse kommen dabei vor allem aus der noch relativ jungen Damenmodensparte Boss Woman, die den Schwaben zunächst bei ihrem Start vor vier Jahren wenig Freude bereitet hatte. Das Umsatzplus der Damenmodensparte wird 2004, so Sälzer, über den bislang vorhergesagten 30 Prozent liegen. „Mit diesen Umsatz- und Ergebniszahlen werden wir – vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Marktlage – weitere Marktanteile hinzugewinnen können“, sagte er gestern.

Außerdem werde der Modekonzern nach heutiger Einschätzung die Vororder für die Frühjahr-/Sommersaison 2005 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent steigern können. Das Vorordergeschäft steht laut Sälzer für 60 Prozent des Gesamtumsatzes. An der Börse reagierten die Boss-Aktien mit Kursgewinnen von fast sechs Prozent. HSBC Trinkaus & Burkhardt stufte die Boss-Aktie auf „Buy“ von zuvor „Add“ hoch. Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg beurteilte vor allem die Ordereingänge als „sehr positiv“.

Hugo Boss ist keineswegs das einzige Unternehmen seiner Branche, das vom neu entfachten Boom im Luxusmarkt profitiert. Bereits am Dienstag präsentierte die Münchener Escada AG überraschend gute Ergebnisse. Nach einem Vorjahresverlust von 51 Mill. Euro im Vorjahr soll in diesem Jahr wieder ein Gewinn erzielt werden. Vor wenigen Wochen bereits meldete außerdem Luxus-Anbieter Gucci für das zweite Quartal einen Umsatzzuwachs von 16 Prozent, Christian Dior legte in diesem Zeitraum sogar um 28 Prozent zu.

Auch der Branchenausblick ist optimistisch. In einer am Dienstag veröffentlichten Studie erwartet die Investmentbank Merrill Lynch für eine große Zahl von Luxusanbietern deutlich steigende Renditen. So werde der Gewinn pro Aktie bei Burberry bis 2005 jährlich im 17 Prozent zulegen, bei Hermès um elf und bei Polo Ralph Lauren um 18 Prozent. Auch für Hugo Boss prognostiziert Merrill Lynch bis 2005 ein jährliches Gewinnplus von neun Prozent.

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