Michael O'Leary
„Mit Ryanair für 10 Dollar über den Atlantik!“

Der europäische Billigflieger Ryanair denkt darüber nach Transatlantikflüge anzubieten. Und das schon ab zehn Dollar pro Ticket. Ryanair-Chef O'Leary ist für seine unrealistischen Ideen bekannt.
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FrankfurtDer Chef der europäischen Billigfluggesellschaft Ryanair erwägt einen Eintritt in den Markt für Transatlantikflüge. Er sieht Chancen für solche Verbindungen ab einem Ticketpreis von zehn US-Dollar, wie Ryanair-Chef Michael O'Leary am Montagabend (Ortszeit) in einem Gespräch mit Bloomberg TV in New York sagte. „Wir würden gerne den Luftraum zwischen den USA und Europa ausnutzen”, sagte der Spitzenmanager.

Der 52 Jahre alte O'Leary ist für seine teils radikale Rhetorik im Preiskampf seiner Branche bekannt. So hatte er in der Vergangenheit mit Vorstößen wie einer Toilettennutzungsgebühr von einem Euro oder dem Betrieb von Passagierflugzeugen ohne Copilot vorgeschlagen, was wegen Sicherheitsvorschriften als unrealistisch gelten kann.

In diese Reihe passt allerdings auch der jüngste Vorschlag. Ryanair mit Sitz in Dublin verfügt mit ihrer Flotte komplett bestehend aus Kurzstreckenflugzeugen vom Typ Boeing 737 nicht über die normalerweise auf der Transatlantikroute betriebenen Mittel- und Langstreckenflugzeugen mit zwei Mittelgängen und entsprechender Kapazität. Ryanair kann mit der bestehenden Flotte gerade Europa und einige Ziele im Norden Afrikas abdecken.

In diesem Jahr hatte Ryanair bereits eine Bestellung für 175 weitere Boeing 737 zum Listenpreis von 15,6 Milliarden Dollar platziert. Ryanair ist auf Verbindungen innerhalb von Europa vornehmlich über Regionalflughäfen spezialisiert und erreicht mit einem minimalen Kundenservice ein niedriges Preisniveau bei den Tickets.

Agentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Alle bisherigen Transatlantik Biligflieger scheiterten am Zugang zu Buchungen und Umsteigemöglichkeiten. Aber die Zeiten von Laker SkyTrain und PeopleExpress sind lange vorbei und die persönlichen Beziehungen der Menschen sind soviel enger geworden, dass sich auf hinreichend vielen Strecken ex UK nach USA Direktflüge lohnen, slebst ohne Umsteigemöglichkeiten.

    Mit STN und DUB aber auch SNN hat "RyanairAtlantic" interessante Flughäfen zu bieten, auch solche die mit B739 in reichweitengesteigerter Version als indirektem Nachfolger der B757 geflogen werden könnten. Alternativ bietet der Markt hinreichend günstige Maschinen, die gebraucht aber dennoch günstig im Betrieb sind.

    Man fragt sich, was andere Airlines aran hindert seit Jahren mit neuen Businessmodellen an den MArkt zu gehen, oder wenigstens Ryanair erfolgreich durch Kopieren paroli zu bieten.

    Die heutige GErmanwings wird in wenigen Jahren keine wesentlich günstigeren Kostenstrukturen aufzuweisen haben, als die LH-Europa-Flotte heute. Dann eght wieder das auerpsaren los und ehrlicherweise könnte LH heute schon damit anfangen, war Germanwings in der Mehrzahl seiner Betriebsjahre defizitär.

  • Es ist eine Sache des Preises, ob Langstreckenflieger ohne Zubringerflüge auskommen werden. Laker Airways hat es in den 1970ern bewiesen, dass es funktioniert. Angebot und Nachfrage werden über den Preis reguliert. Bestuhlt man eine Boeing 747-400ER mit einer High Density Bestuhlung von fast 590 Sitzplätzen (Bestuhlung von Corsair), dann wird sich das schon rentieren, mit einem No-Frills Konzept über den Atlantik zu fliegen. Jediglich die Verpflegung ist ein ziemliches Problem, da die körperliche Belastung wesentlich höher ist als bei Mittelstreckenflügen. Da muss man sich über kostenlose Mindesverpflegung (Wasser, Billige Softdrinks/Sandwiches, Traubenzucker-Bonbons, etc.) ein wenig gedanken machen

  • Das lohnt sich schon, weil Ryanair dafür keinen zweiten Flugzeugtyp bräuchte und somit nicht gegen ihre Prinzipien einer homogenen Flotte verstößt. Die Frage ist nur, ob Leute in den engen Kisten über den Atlantik fliegen wollen und ob man dafür genug Orginäraufkommen zusammen bekommt. Langstreckenflüge funktionieren idR nicht ohne Zubringerflüge, und sowas hat Ryanair nicht.

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