Miese Quartalsbilanz
Geschäfte bei Amazon laufen schlecht

Bei Amazon laufen die Geschäfte schlecht: Der US-Internethändler verbuchte einen Verlust von 57 Millionen Dollar. Schuld daran ist eine breite Palette an neuen Produkten als Konkurrenz zu Apple, Google und Netflix.
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ChicagoExpansion in verschiedenste Geschäftszweige brockt dem US-Internet-Händler Amazon erneut einen Verlust ein. Unter dem Strich habe im ersten Quartal ein Minus von 57 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 108 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum gestanden, teilte der eBay-Konkurrent am Donnerst

Mit neuen Produkten will der Konzern etwa den iPhone-Hersteller Apple, den Internet-Riesen Google und das aufstrebende Video-Portal Netflix angreifen. Auch beim Angebot zur Auslagerung von Computerdiensten ins Internet - dem sogenannten Cloud Computing - mischt das Unternehmen aus Seattle kräftig mit.

Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 15 Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 22,39 Milliarden Dollar gerechnet. Der Online-Händler führte den Anstieg auf höhere Umsätze in Nordamerika, dem größten Markt, und die schnell wachsende Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) zurück. Beim Cloud-Computing stellen Anbieter Speicherkapazität und Rechendienste online bereit.

Ihre Kunden können damit auf den Kauf und die Wartung eigener Hardware verzichten. Das Internet-Versandhaus wies zum ersten Mal Geschäftszahlen für diesen Bereich aus. Die Erlöse erhöhten sich hier um 49 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar. AWS steuert etwa sieben Prozent zum Gesamtumsatz bei. In Nordamerika belief sich das Umsatzplus auf 24 Prozent.

Die Amazon-Aktie legte nachbörslich rund zwei Prozent zu. Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit einem Wachstum des Nettoumsatzes um sieben bis 18 Prozent auf 20,6 Milliarden bis 22,8 Milliarden Dollar. Operativ könnte ein Verlust von 500 Millionen Dollar bis zu einem Gewinn von 50 Millionen Dollar anfallen.

Ende August hatte Amazon beim größten Zukauf seiner 20-jährigen Firmengeschichte fast eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch bezahlt. Damit sollen noch mehr eigene Inhalte angeboten werden, die dann auf dem Streamingdienst Instant Video, dem Kindle-Tablet und der Fire TV Set-Top-Box laufen können.

Ärger hat Amazon schon seit längerem in Deutschland. Hier liegt der Konzern mit Verdi im Streit. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne sowie tarifliche Regelungen wie im Einzel- und Versandhandel. Amazon nimmt indes die Logistikbranche als Maßstab, in der weniger gezahlt wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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