Miesmuschel-Saison
Das Schwarze Gold der Niederlande

In den Restaurants startet die alljährliche Miesmuschel-Saison. Doch für die Muschelzüchter im niederländischen Zeeland hat sie schon lange begonnen. Rund zehn Prozent von Europas Miesmuscheln kommen hierher.

YersekeMöwen schreien im Hafen von Yerseke. Es riecht nach Meer und Fisch. Auf dem Deck des Kutters YE 25 glänzt die Fracht blau-schwarz. Miesmuscheln. „Schwarzes Gold“, sagt Muschelzüchter Dennis Verschuure. Im kleinen Hafen des Fischerdorfes Yerseke in der niederländischen Provinz Zeeland herrscht Hochbetrieb. Kutter fahren ein, vollbeladen. Denn jetzt startet in den Restaurants die Muschelsaison.

Ein Mann von der Muschelauktion taucht einen Eimer tief in den Landeraum des Kutters. Die Probe der Ladung wird zur Auktionshalle im Hafen gebracht. Dort trennen Männer schnell Seesterne und Krebse von den Muscheln. Diese werden gemessen und gewogen und dann in eine Güteklasse eingeteilt. Auf einer digitalen Tafel zeigen Ziffern an, was der Kutter geladen hat. Nun können die Großhändler bieten.

Rund 50 Millionen Kilogramm Miesmuscheln werden jährlich in den Niederlanden geerntet, knapp ein Zehntel der gesamten Produktion Europas. Und sie werden sie im kleinen Hafen von Yerseke versteigert.

Alles geht rasend schnell. Denn die Miesmuscheln müssen schnell zurück ins Wasser - schließlich leben sie noch. Nach dem Verkauf fährt der Kutter wieder hinaus auf die Oosterschelde. Der Meeresarm ragt weit in die Provinz Zeelands hinein und ist bekannt für seine köstlichen Meeresfrüchte.

Züchter Verschuure und seine Mannschaft werfen die kostbare Fracht zurück in die See, in ein mit Bojen gekennzeichnetes Becken des Großhändlers. Erst kurz vor dem Transport zu den Kunden werden die Muscheln endgültig aus dem Wasser herausgeholt.

Die meisten niederländischen Muscheln werden nach Belgien und Frankreich verkauft. Aber sie landen auch in Restaurants und Supermärkten in Deutschland. Elf Prozent sind es jetzt, sagt Tilly Sintnicolas, Sprecherin des niederländischen Muschelsektors. „Aber es werden immer mehr.“

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„Es ist kein gutes Jahr“

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