Milchwirtschaft
Arla hat Interesse an Allgäuland-Käsereien

Eine Fusionswelle hat die Milchwirtschaft erfasst. Nach dem Zusammenschluss von Nordmilch und Humana, könnten auch Arla und Allgäuland ihre Kräfte bündeln. So könnten sie besser mit den Handelskonzernen verhandeln.
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Der skandinavische Molkereiriese Arla Foods bekundete am Dienstag Interesse an den Allgäuland-Käsereien. Durch die Fusion mit Hansa-Milch in diesem Jahr verfügt Arla Foods bereits über ein erstes starkes Standbein in Deutschland. Ziel von Arla sei, zu den ersten drei Molkereiunternehmen in Deutschland zu gehören, erklärte der Deutschland-Chef Torben Olsen. Deshalb halte Arla Foods auch noch nach weiteren Übernahmemöglichkeiten Ausschau.

"Arla Foods hat Interesse, die Allgäuland-Käsereien mit allen Aktivitäten zu übernehmen", erklärte Olsen in einer Mitteilung der Allgäuland-Käsereien. Beim Ausbau der Unternehmensgruppe würde Allgäuland einen idealen Eckpfeiler bilden. "Wir sehen sehr großes Potenzial in der Rohmilchbasis und im Produktprogramm von Allgäuland, insbesondere durch die Naturnähe und Stärke im Biobereich", warb er. Dieses Image passe gut in das Arla-Konzept. Die Allgäuland-Käsereien (Marken: Allgäuland, Bergbauern, Allgäuland Bio) würden ihrerseits von der Vertriebsstärke von Arla Foods (Marken: unter anderem Buko, Kaergarden) profitieren, sagte der Arla-Deutschlandchef der dpa.

Der Unternehmensumbau mache die Allgäuland-Käsereien attraktiv, erklärte deren Geschäftsführung. Man verfolge zwei Wege: Eine Stand-Alone-Lösung, die den Forderungsverzicht durch die Bankenpartner sowie den Einstieg von landwirtschaftsnahen Finanzierern beinhalte. Die Alternative sei, mit einem starken Partner zusammenzugehen. Mit Arla soll nun über Details einer möglichen Partnerschaft verhandelt werden. Entscheiden würden die Milcherzeuger der Genossenschaft. Die Allgäuland-Käsereien GmbH verarbeitet Milch in mehreren Käsereien in Bayern und Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr waren nach früheren Firmenangaben drei Betriebsstätten geschlossen worden.

In Deutschland gibt es rund 100 Molkereiunternehmen mit gut 200 Werken. Die Deutsche Milchkontor GmbH (DMK) - ein Zusammenschluss der Genossenschaften Nordmilch (Bremen) und Humana (Everswinkel) - ging zum 1. Mai mit 5500 Mitarbeitern an 24 Standorten an den Start. Mit vier Milliarden Euro Umsatz zählt sich der deutsche Molkereiriese zu den Top Ten der Milchindustrie in Europa. Arla Foods erzielte 2009 nach früheren Angaben einen Umsatz von über sechs Milliarden Euro. Eigentümer sind 7200 dänische und schwedische Milcherzeuger. Durch die Fusion mit Hansa-Milch kommen etwa 1000 norddeutsche Milchbauern hinzu.

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